Vom Schwarzwald nach China

Als börsennotiertes Familienunternehmen setzt die Schweizer Electronic AG auf globale Partnerschaften und den Aufbau internationaler Produktionskapazitäten. Die Wachstumstrends bedient das Unternehmen durch sogenannte Embedding-Technologie.

Eigenes Produktionswerk in China

Den größtmöglichen Internationalisierungsschritt geht das Unternehmen allerdings aktuell, denn im August erfolgte die Grundsteinlegung für eine neue Hochtechnologie-Produktionsstätte in Jintan, das in der chinesischen Provinz Jiangsu liegt. Auf einer Produktionsfläche von insgesamt 90.000 m² sollen ab 2020 insbesondere Leistungselektronik- und Embedding-Anwendungen  für den Automotive-Sektor hergestellt werden. Embedded, übersetzt „eingebettet“, bedeutet die Integration von aktiven und passiven Bauelementen in die Leiterplatte. Damit kann Schweizer neuartige Lösungen für Elektromotoren, Gleich- und Wechselstromwandler und das induktive Laden mit signifikanten Systemvorteilen anbieten.

Kupferbad: Heute ist das Unternehmen drittgrößter Leiterplattenhersteller in Euorpa.
Kupferbad: Heute ist das Unternehmen drittgrößter Leiterplattenhersteller in Euorpa.

Nach der Bauphase erfolgt der Aufbau der neuen Fertigungskapazitäten in drei Anlaufphasen mit einer Kapazität von je 1.200 m² Leiterplattenfläche/Tag. Damit entspricht jede dieser Anlaufphasen der heutigen Produktionskapazität des Werks in Schramberg. Die Investitionskosten betragen insgesamt rund 150 Mio. Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren und ermöglichen es so dem Unternehmen, seinen Umsatz auf bis zu 500 Mio. Euro zu steigern.
Zur Finanzierung der ersten Bauphasen wurden zwei Bankenkonsortien in Deutschland und China gebildet, die Kreditlinien von 120 Mio. US-Dollar zur Verfügung stellen.

„China und Asien sind große Wachstumsmärkte für die Megatrends der Automobilindustrie, E-Mobilität und autonomes Fahren. Jedoch können wir nur dann in China Erfolg haben, wenn wir dort auch eine eigene Produktionsstätte betreiben“, begründet Nicolas Schweizer das Engagement. Daher sei diese Investition das Sprungbrett für den Markteintritt nach China und Asien. „Mit der zusätzlichen Produktionsstätte in Jintan ist es möglich, nicht nur das Wachstumspotenzial aus dem bestehenden Kundenstamm auszuschöpfen, sondern auch neue Kunden und Märkte in Asien sowie auf globaler Ebene zu erschließen.“

Zudem stehe Schweizers neue Produktlinie Embedding kurz vor dem Durchbruch. „Die erwartete Nachfrage für diese Technologie ist so groß, dass wir früh genug in ausreichende Kapazitäten investieren müssen. Dies soll neben dem Stammwerk in Schramberg auch in China erfolgen.“