Das Sanierungsverfahren eines bekannten bayerischen Zulieferers hat die nächste geplante Phase erreicht. Nach Angaben der Verantwortlichen eröffnete das zuständige Gericht das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung am ersten Juli vereinbarungsgemäß. Als Sachwalter bestellte das Amtsgericht Rosenheim den Experten Volker Böhm. Er überwacht die Restrukturierung im Sinne der Gläubiger. „Das Verfahren läuft absolut planmäßig und reibungslos. Mit der Eröffnung ist ein wichtiger Meilenstein erreicht“, erklärt Böhm. Die Geschäftsführung bleibt laut Bericht im Rahmen der Eigenverwaltung voll handlungsfähig. Sie führt den eingeschlagenen Kurs zur Neuausrichtung des Betriebs konsequent weiter fort. Das verwalterische Verfahren verläuft laut Angaben des Sachwalters bisher vollkommen ohne Reibungen.
Unterstützung durch erfahrene Experten
Das Management wird nach Angaben des Unternehmens weiterhin von einem großen Team aus Restrukturierungsberatern begleitet. Als Sanierungsgeschäftsführer agieren Markus Fauser und Johannes Chrocziel von der Kanzlei Anchor. Zum eingesetzten Team gehören laut Mitteilung zudem David Blum und Alina Wallentin. Die Kanzlei verfügt bundesweit über 15 Standorte und beschäftigt mehr als 200 Mitarbeiter. Die rechtliche Beratung erfolgt nach Angaben des Betriebs durch Taylor Wessing unter Federführung von Dr. Hendrik Boss. Für die betriebswirtschaftliche Betreuung zeichnet laut Pressemeldung allea consult unter Leitung von Lars Steinhagen verantwortlich. Alle Berater arbeiten intensiv an einer tragfähigen Fortführungslösung für die Gesellschaft.
Stabile Produktion in Wasserburg
n den vergangenen Wochen konnte der operative Betrieb am bayerischen Standort ohne jede Einschränkung fortgeführt werden. Die Fertigung läuft nach Berichten der Verantwortlichen absolut stabil. Die Zusammenarbeit mit den Kunden und Lieferanten gestalte sich weiterhin sehr partnerschaftlich. Einen wesentlichen Anteil daran habe die engagierte Belegschaft des Betriebs. „Das Team funktioniert weiter gut, und ich möchte mich für den Einsatz der Mitarbeitenden bedanken. Wir können produzieren und wir sind im konstruktiven Austausch mit den Kunden“, erklärt Gerald Seidinger, Geschäftsführer der GWSPA Produktion GmbH. Die Sanierungsgeschäftsführung bewertet die aktuelle Entwicklung ebenfalls als sehr positiv. „Die Stabilisierung des Unternehmens ist vollauf gelungen. Der Geschäftsbetrieb läuft mit Unterstützung der Kunden, Lieferanten und Mitarbeitenden reibungslos. Nun gilt es, diesen Schwung zu nutzen und weiter intensiv an einer Fortführungslösung zu arbeiten“, betont Markus Fauser.
Das Familienunternehmen wurde im Jahr 1964 von Wilhelm Gronbach gegründet. Aus handwerklichen Ursprüngen entwickelte sich laut Bericht ein international tätiger Spezialist für Metall- und Kunststoffverarbeitung. Das Unternehmen firmierte vormals unter dem Namen Wilhelm Gronbach GmbH. Heute fertigt der Betrieb hochwertige Komponenten und komplexe Gebläsesysteme am Standort in Wasserburg am Inn. Die Gesellschaft ist auf die Bereiche Lüftungstechnik, Oberflächenveredelung, Gerätebau und Kinematik spezialisiert. Als Full-Service-Supplier bedient der Hersteller namhafte Weltmarken aus der Hausgeräteindustrie, der Automobilbranche sowie der Medizintechnik. Insgesamt beschäftigt die Gruppe nach eigenen Angaben rund 700 Mitarbeiter.
Strukturierter Investorenprozess läuft
Zur langfristigen Sicherung des Herstellers wurde parallel zum laufenden Betrieb ein strukturierter M&A-Prozess initiiert. Dieses Verfahren wird nach Angaben des Unternehmens von der Pluta Management GmbH unter Leitung von Ludwig Stern betreut. Ziel sei die Gewinnung eines strategischen Partners oder eines Finanzinvestors für die Zukunft. Dieser soll den Transformationspfad begleiten und neue Wachstumsimpulse in das Unternehmen einbringen. „Wir haben den M&A-Prozess erfolgreich auf den Weg gebracht. Die Gespräche verlaufen vielversprechend“, erklärt Markus Fauser weiter. Man sei zuversichtlich, bald eine nachhaltige Zukunftslösung für den Premium-Zulieferer präsentieren zu können. Die Verhandlungen mit den Interessenten werden laut Mitteilung in enger Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss vertieft. Die Verantwortlichen zeigen sich optimistisch für den Erhalt des traditionsreichen Industriestandorts.







