Dr. Klaus Beetz von der Alfmeier Gruppe: „Wir müssen künftig noch agiler und flexibler werden“
Dr. Klaus Beetz von der Alfmeier Gruppe: „Wir müssen künftig noch agiler und flexibler werden“

Nicht nur die Automobilindustrie befindet sich im Wandel. Auch die Zulieferer müssen sich gewaltig strecken. Bei den Business Leaders gab Dr. Klaus Beetz von Alfmeier einen Einblick in die Industrie und sein Unternehmen.

Das Fahrzeug der Zukunft ist vernetzt, kommt ohne Fahrer aus, wird von mehreren Menschen genutzt und ist elektrifiziert. So sehen Experten aktuell die Trends in der Automobilindustrie. Zulieferer, die sich nicht rechtzeitig auf diese Veränderungen einstellen, könnten in Bredouille kommen. Der fränkische Zulieferer Alfmeier sieht sich indes gut aufgestellt: „Die Elektromobilität bereitet uns keine Kopfschmerzen“, sagt Klaus Beetz, Präsident Automotive Europe bei Alfmeier. Er ist sich bewusst, dass die Herausforderungen größer werden. Doch mit ihnen will der Zulieferer von Präzisions-Komponenten wie Ventilen, Aktuatoren oder Pumpen wachsen. So müssten künftig mehr Ventile in den Autos verbaut werden, etwa für Tanksysteme bei Hybridfahrzeugen. Beetz nimmt zudem an, dass Autofahrer noch mehr Zeit im Fahrzeug verbringen. Ziel sei es deswegen, nicht mehr lediglich für mehr Sitzkomfort durch vorhandene Komponenten zu sorgen, sondern den Service rund um die Produkte auszubauen. So verkauft Alfmeier heute schon Massagesysteme, die in den Autositz integriert sind. Hierdurch soll etwa die Muskulatur stimuliert werden. „Wir wollen auf dem Weg vom mechanischen zum elektrischen System unsere Wertschöpfung erhöhen“, sagt Beetz. Gesteuert wird der Vorgang über den Bordcomputer. Über die digitale Transformation wollen die Franken zu neuen Geschäftsmodellen finden.


Angst verhindert Innovationen

Für das Unternehmen hatte dies eine Neujustierung zu Folge: Alfmeier führte ein Programm ein, um Abläufe in Organsiation und der Logistik zu verändern. Dies erforderte ein Umdenken im Unternehmen. Innovationen sind ein Muss, die Auseinandersetzung mit disruptiven Technologien ist unumgänglich. „Wir müssen künftig noch agiler und flexibler werden“, sagt Beetz. Dass diese Veränderungen nicht einfach sind, gibt der Manager zu. Nicht für alle Mitarbeiter sei es leicht, diesen Weg mitzugehen. In einigen Berufsfeldern müssten Angestellte um ihre Jobs bangen, da diese auf dem Weg zur Digitalisierung wegfallen könnten.

Wichtig sei zudem, dass die Veränderung in der Unternehmensspitze gelebt wird. Das sei nicht selbstverständlich. „Häufig ist es die Angst um die eigene Position und Unzulänglichkeiten im Management, die Innovationen verhindern“, sagt Beetz. Mit flachen Hierarchien, einer stärkeren Integration der Entwicklungsabteilung und mehr Leadership will Alfmeier die Zukunft gestalten.

Wie diese aussieht und mit welchem Antrieb das Auto der Zukunft fährt weiß Beetz freilich auch nicht genau. Jedoch glaubt er, dass die Batterietechnik für Autos eher eine Übergangslösung ist. Andere Technologien sieht er im Kommen. „Die Brennstoffzelle hat gute Voraussetzungen, die Technik der Zukunft zu sein.“ Bis dorthin sei es allerdings noch ein weiter Weg.

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