PE-Exits 2026: IPO-Belebung und KI treiben Marktaktivität an

Experten aus Chicago erwarten dank steigender IPO-Aktivität in den USA 2026 mehr Private-Equity-Exits und wachsende Marktchancen.
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Der Ausblick für eine deutliche Zunahme von Exits am Private Equity-Markt hellt sich nach Ansicht des US-Private Markets-Hauses Adams Street Partners spürbar auf. Die Experten aus Chicago, die als großer Spieler im Bereich Dachfonds und Co-Investments einen guten Marktüberblick haben, sehen insbesondere im anziehenden IPO-Geschehen in den USA einen Silberstreif am Horizont.

Jeff Diehl, Managing Partner bei Adams Street, kommentiert: „Die zunehmende IPO-Aktivität bestärkt uns in unserer Annahme, dass dieser wichtige Exit-Kanal im Laufe des Jahres 2026 weiter auftauen wird. Ein gesunder IPO-Markt sorgt wiederum oft für intensiveren Wettbewerb für andere Transaktionsformen. Günstige Kreditbedingungen dürften die Aussichten für Transaktionen und Liquidität zudem weiter verbessern.“ Dieser Impuls wirkt über mehrere Segmente hinweg.

Primary Investments: Fokus auf KI und Buyouts

Im Bereich Primary Investments zeigt sich ein klares Bild: Im Venture-Kapitalmarkt verschiebt sich der Schwerpunkt „vom Aufbau von KI-Infrastrukturen hin zu einer breiten Anwendung von KI in Unternehmen“. Gleichzeitig rechnen die Autoren damit, dass sich die Aktivität im Buyout-Markt weiter beschleunigt: „Wir erwarten eine Zunahme der Transaktionen, weil sich die Finanzierungsmärkte entspannen und die Bewertungsunterschiede enger werden. Corporate Carve-outs und Sponsor-Transaktionen machen bereits einen wachsenden Anteil des Dealflows aus.“ Für Investoren bedeutet das: Wertschöpfung erfolgt weniger über Multiple-Expansion und stärker über „Ertragswachstum, Innovation und disziplinierte Umsetzung“.

Growth Equity: KI als zentraler Treiber

Im Growth-Equity-Segment wird Künstliche Intelligenz zum strukturellen Kernfaktor: „Wir erwarten, dass 2026 durch eine breite KI-Adoption geprägt sein wird.“ Unternehmen, die den Schritt „vom Experimentieren zur flächendeckenden Einführung von KI-Systemen über Abteilungen hinweg“ schaffen, seien klar im Vorteil. Gleichzeitig beobachten die Autoren eine zunehmende Präferenz für integrierte Lösungen statt Einzelfunktionen – ein Treiber für weitere Plattformkonsolidierungen und entsprechende M&A-Aktivität. Auch für späte Finanzierungsrunden sehen sie Rückenwind: Eine stabilere Kapitalkostenlage könnte das Umfeld für IPO-reife Firmen verbessern.

Sekundärmarkt: Aufwärtstrend hält an

Die Sekundärmärkte entwickeln sich ebenfalls positiv: „Wir erwarten, dass dieser Aufwärtstrend 2026 anhält, da Investoren den Sekundärmarkt zunehmend zur Portfolioanpassung und Liquiditätsgenerierung nutzen.“ Wesentliche Treiber sind aus Sicht von Adams Street: ein substanzieller Verkäufer nach Jahren erhöhter Volatilität, das anhaltende Wachstum von GP-geführten Transaktionen wie Continuation Vehicles, gute Chancen insbesondere im Small- und Lower-Middle-Market-Segment sowie eine steigende Attraktivität von Venture-Secondaries aufgrund stabilerer Bewertungen und einer sich öffnenden IPO-Pipeline.

Co-Investments: Essenzieller Bestandteil des Buyout-Ökosystems

Bei Co-Investments sind die Autoren eindeutig: „Co-Investments sind zu einem wesentlichen Bestandteil eines funktionierenden Buyout-Ökosystems geworden – und nichts deutet darauf hin, dass dieser Trend nachlassen wird.“ General Partner greifen verstärkt auf vertrauenswürdige Co-Investoren zurück, die Transaktionen „schnell, flexibel und mit Überzeugung“ begleiten können. Gleichzeitig treibt der Druck auf GPs, nach mehreren illiquiden Jahren Ausschüttungen zu liefern, mehr Assets auf den Markt – ein Umfeld, das Co-Investoren attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten kann.

Private Credit: Robust und attraktiv trotz Zinsumfeld

Im Segment Private Credit beschreibt Adams Street ein weiterhin robustes Fundament: „Der Kern des Mid-Market bleibt widerstandsfähig und bietet Investoren im Allgemeinen höhere Renditen, stärkere Gläubigerschutzmechanismen, konservative Kapitalstrukturen und geringere Ausfallraten.“ Die Zinslandschaft bleibe zwar herausfordernd – „wir erwarten nur graduelle Zinssenkungen, und die Zinsen werden im historischen Vergleich erhöht bleiben“ –, doch ein strukturell hoher Renditeaufschlag gegenüber vielen liquiden Alternativen halte das Segment attraktiv. Gleichzeitig steige die Bedeutung konsequenter Managerselektion in einem Umfeld, das weiterhin durch geopolitische und konjunkturelle Unsicherheiten geprägt sei.

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