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Fachkräfte bei der Teamarbeit: Unternehmen ringen um die besten Talente.

Der Kampf um Talente wird härter: Vor allem weil die Unternehmen auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen in der Arbeitswelt reagieren müssen.

Die Erwartungen junger Arbeitnehmer werden künftig eine wichtigere Rolle spielen. Vom Fachkräftemangel sind vor allem mittelständische Unternehmen betroffen. Deswegen ist es wichtig, dass sie sich auf die Veränderungen in der Arbeitswelt einstellen, den Kampf um die Talente annehmen. Damit er nicht verloren geht.


Dazu gehört auch das Verhältnis der Mitarbeiter. Ein Schlagwort ist Diversity, sprich Verschiedenheit oder Vielfältigkeit: Sie beschreibt den vorurteilsfreien Umgang miteinander. „Ein optimales Diversity Management vermeidet nicht nur Diskriminierung. Es integriert die Vielfalt der Fähigkeiten so in die Unternehmenskultur, dass sie für den Erfolg nutzbar werden“, sagt Ina Meyer, stellvertretende Personaldirektorin vom Bildungsdienstleister Berlitz. Dabei ist die Förderung Chefsache.

Richtig positionieren

In einer Befragung des IfM Bonn und GE Capital vom September 2015 gaben 77 Prozent der befragten Unternehmen an, dass Diversity-Management in der Geschäftsführung angesiedelt ist. Mit wachsender Unternehmensgröße nimmt dabei die feste Zuständigkeit zu. Bereits bei zwei Dritteln der Unternehmen, so die Untersuchung, ist die Vielfaltsförderung Bestandteil der Unternehmensstrategie, da sie mit ausschlaggebend für den Unternehmenserfolg ist. 72 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sie die Produktivität positiv beeinflusst.

Zudem spielt das sogenannte Employer Branding eine immer bedeutendere Rolle. Dabei geht es vor allem darum, an der Außendarstellung der Unternehmen zu arbeiten, Stärken zu präsentieren. Am besten gelingt das mit einer umfassenden Strategie. Diese sollte keine abgedroschenen Phrasen enthalten, sondern authentisch und differenziert sein. Im besten Fall fällt auch mal ein kritischer Satz.

Ein Erfolgsfaktor der Rekrutierung ist sicherlich auch der passende Führungsstil. Vernetzung und Austausch werden im Zeitalter von Industrie 4.0 und Web 2.0 immer wichtiger. Ein patriarchalischer Stil passt letztlich nicht mehr zu modernen Unternehmen: „Die Chefs von morgen sind eher Moderatoren von Teams mit flachen Hierarchien und einer demokratisch geprägten Kultur und nicht deren Anführer“, sagt Meyer. Auch daran müssen einige Mittelständer arbeiten, um sich der neuen Arbeitswelt anzupassen.