Strenesse schafft den Sprung

Den Sprung geschafft: Luca Strehle konnte seine Anleihegläubiger vom Sanierungskonzept überzeugen. Die Anleihe ist bis 2017 verlängert.

Die Strenesse AG erzielt den Befreiungsschlag auf der Gläubigerversammlung und springt der drohenden Zahlungsunfähigkeit damit noch einmal von der Schippe. Nun liegt es an Strenesse, das entgegengebrachte Vertrauen der Gläubiger nicht zu enttäuschen und das Mode-Label finanztechnisch wieder fit zu machen.

Wie die Modefirma gestern Abend mitteilte, habe die Mehrheit der Bondinhaber auf der Gläubigerversammlung dem Konzept und dem Antrag auf Verlängerung der Laufzeit der 12-Mio.-EUR-Unternehmensanleihe bis März 2017 zugestimmt. „Damit ist für das Unternehmen ein wichtiger Baustein der Finanzierung gesichert”, zeigte sich Strenesse-CEO Luca Strehle erleichtert. Details zur Stimmung und dem Abstimmungsverhalten sind noch nicht bekannt.

Von den 12 Mio. EUR Anleihevolumen waren mit etwa 6,38 Mio. EUR über 53% des ausstehenden Volumens bei der Gläubigerversammlung vertreten. Damit war die gesetzliche Mindestpräsenzquote von 50% übertroffen. Vom anwesenden Kapital stimmten nach zähen Verhandlungen, wie es hieß, etwa 96% den Refinanzierungsvorschlägen des Vorstands (einschl. dem dreijährigen Zahlungsaufschub) zu. Zuvor hatten sich die Gläubiger umfassend über das Sanierungskonzept des angeschlagenen Modeherstellers informieren lassen. Strenesse hat damit bis März 2017 Zeit, die 12 Mio. EUR an Anleihegeldern den Gläubigern zurückzuzahlen. Der jährliche 9%-Kupon soll weiterhin bedient werden.

„Dieses Commitment der Anleihegläubiger ist ein Vertrauensbeweis in die Zukunft des Mode-Unternehmens Strenesse. Kunden und vor allem die Mitarbeiter hätten nun eine ganz klare Perspektive und wir setzen jetzt alles daran, die Strahlkraft der Marke weiter zu stärken und wieder auf Wachstum umzuschalten“, so Strehle. Kurz- und mittelfristig würden noch einmal 2 bis 4 Mio. EUR an frischen Geldern benötigt, dies werde Strenesse aber schaffen. Langfristig suche der Premium-Modeanbieter einen Partner: „Es gibt Kontakte“, ergänzt Strehle zu möglichen Gesprächen mit Investoren.

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