Konkurrenz aus China wächst

Auf Eroberungskurs: Chinas Maschinenbau
Auf Eroberungskurs: Chinas Maschinenbau beliefert zunehmend den Weltmarkt.

Derzeit gehe es deutschen Maschinenbauern zwar sehr gut – bei Investitionen und Unternehmenskäufen bleiben sie dennoch zurückhaltend, während China weiterhin auf dem Vormarsch sei, so eine Studie.

Deutsche Maschinebauunternehmen sind momentan auf Erfolgskurs und konnten ihren Umsatz seit 2010 um durchschnittlich 13%, beim operativen Ergebnis sogar um 40% steigern. Auch die Eigenkapitalquote nimmt zu: So stieg sie von 33% im Jahr 2007 auf 37% im Jahr 2012.

Bei Investitionen in Maschinen, Forschung und Entwicklung sowie in Unternehmenseinkäufen sei jedoch starke Zurückhaltung zu spüren, obwohl gerade dies den konkurrierenden chinesischen Markt ausschalten könnte, so eine aktuelle Analyse von Oliver Wyman.

Laut Studie sanken die Ausgaben für Forschung und Entwicklung drastisch in den letzten Jahren. Auch die Bruttoanlageninvestitionen gingen im Jahr 2012 auf 2,5% zurück.

Im letzten Jahr schwächelte vor allem die M&A-Aktivität im deutschen Maschinenbau: So führten westeuropäische Käufer nur 23 Transaktionen durch – also weniger als die Hälfte des Vorjahres.

Nicht ganz neu, aber nun quasi amtlich: Derweil wird China zum immer gefährlicheren Wettbewerber auf dem internationalen Maschinenbaumarkt. Die Volksrepublik konnte immerhin zuletzt 678 Mrd. EUR Umsatz verbuchen und nimmt mit einem Exportvolumen von 104 Mrd. EUR bereits den dritten Platz nach Deutschland und den USA ein.

Nach Oliver Wyman wird China seine Exportbemühungen auch in den nächsten Jahren zunehmend verstärken und könnte ähnlich wie japanische Maschinenbauer in den 1980er Jahren den Weltmarkt in kurzer Zeit aufrollen.

Wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Maschinenbauer seien nach aktueller Analyse vor allem die Verstärkung von gezielten Investitionen, die Verteidigung des Kerngeschäfts sowie die Beschleunigung von Innovation und Wachstum. So könne der Fokus beispielsweise auf dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ gelegt werden, in dem durch Digitalisierung nach und nach die Effizienz gesteigert werde. Dies könne Oliver Wyman zufolge die Wettbewerbsfähigkeit auf lange Sicht erhalten und ausbauen.

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