Bröckelnde Weltwritschaft: Sie zeigt sich im ifo Geschäftsklimaindex (© fotolia/Jürgen Fälchle)
Bröckelnde Weltwritschaft: Sie zeigt sich im ifo Geschäftsklimaindex.

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar überraschend deutlich gesunken. Im Dezember stand er noch bei 108,6 Punkten – nun sank er auf 107,3 Punkte. Die Geschäftslage wurde dabei weiterhin relativ gut beurteilt. Verschlechtert haben sich hingegen die Erwartungen, gerade im Verarbeitenden Gewerbe. Laut ifo machten vor allem den Maschinen- und Fahrzeugbau schlechtere Exportaussichten zu schaffen. Andere Bereiche wie die chemische Industrie profitierten wiederum vom niedrigen Ölpreis. „Die deutsche Wirtschaft“, so der scheidende ifo-Präsident Hans-Werner Sinn, „blickt erschrocken ins neue Jahr.“

Relativiert wurde diese Einschätzung jedoch von anderen Marktkommentatoren. Für Alexander Krüger, Chefvolkswirt der beim Bankhaus Lampe, war der Rückgang des ifo Geschäftsklimaindex lange überfällig. „Das zeigt, dass die trüben Aussichten für die Weltwirtschaft jetzt auch das Ifo-Geschäftsklima erreicht haben.“ Daraus sollten jedoch keine Sorgen um einen Absturz der deutschen Wirtschaft abgeleitet werden – auch wenn der Beitrag der Industrie vorerst gering ist. „Das deutsche Wachstum bleibt bis auf Weiteres eine Konsumstory.“ Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW, sieht im Rückgang einen Beleg für die psychologische Wirkung von Kapitalmärkten: „Die Finanzmärkte verunsichern die Unternehmer. Dabei zeigen die meisten Frühindikatoren in eine andere Richtung.“ Sowohl im In- und Ausland deuteten stünden die Vorzeichen auf Wachstum. Viola Julien von der Hessischen Landesbank meint, dass der Rückgang des ifo Geschäftsklimaindexes weitgehend erwartet worden war. „Das Wachstumsszenario sollte aber nicht infrage gestellt werden, auch wenn es keinerlei Anzeichen für eine Zunahme der konjunkturellen Dynamik gibt“, so die Expertin. www.cesifo-group.de