Private Equity wird häufig als „Kapital auf Zeit“ beschrieben. Interim Management wird in der Regel als die Übernahme einer zeitlich begrenzten Aufgabe mit unterschiedlichen Ausprägungen verstanden. Oftmals wird in der aktiven Betreuung von Portfoliounternehmen der PE-Investoren auf das Leistungsspektrum des Interim Management zurückgegriffen. Vordergründig erscheint deshalb Private Equity mit der Tätigkeit des „Management auf Zeit“ einen perfekten Match zu bilden.

Geschäftsmodell Private Equity
Grundsätzlich sieht das Geschäftsmodell von Private-Equity-Investoren vor, in Branchen und Unternehmen zu investieren, in denen sich, gemessen am Einsatz von Eigenkapital, überdurchschnittliche Renditen erzielen lassen. In der Regel können hierbei in drei Phasen des Geschäftsmodells Werte geschaffen werden: beim Einstieg durch Erzielen eines geringen Kaufpreises, während der Haltedauer durch eine aktive Wertsteigerung oder beim Exit durch das Erzielen eines hohen Verkaufspreises. Früher konnten sich Private-Equity-Investoren auf die wertsteigernde Finanztransaktion („Multiple Arbitrage“) sowie die Verbesserung bzw. Optimierung der Finanz- und Vermögensstruktur („Financial Engineering“) beschränken, ohne sich über die Phasen der Haltedauer und des Exits Gedanken machen zu müssen. Ein Haupthebel war dabei sicherlich die Finanzierung einer Akquisition über einen möglichst hohen Fremdkapitalanteil. Dies ist zwar immer noch ein wichtiges Instrument der Wertsteigerung, doch es ist bei weitem nicht mehr ausreichend.

Operationale Wertsteigerungen
Heute müssen operationale Verbesserungen herbeigeführt und sowohl Unternehmensstrategie als auch Geschäftsmodell einer kritischen Prüfung und Optimierung bzw. Veränderung sowie Wertsteigerung unterzogen werden. Wertsteigernde Maßnahmen müssen schnell und durchschlagskräftig realisiert werden. Die meisten PE-Investoren sind hierbei durch ihre personellen sowie technischen Ressourcen begrenzt.

Interim Management
Interim Management wird als „Management auf Zeit“ mit stark operativem Bezug verstanden. Gemeint ist damit die „durch eindeutige Zielvorgaben von vornherein zeitlich begrenzte Wahrnehmung von Managementfunktionen“. Dies können sowohl Tätigkeiten mit Leadership-Fähigkeiten sein oder einfach nur die Übernahme eines zeitlich befristeten Projektes ohne Personalverantwortung. Vielfach assoziiert man grundsätzlich mit Interim Management insbesondere Aufgaben im Rahmen des Turnarounds, Steuerung von Veränderungsprozessen sowie die Übernahme eines Projektmanagements.

Einsatz des Interim Managements bei Private Equity
Der Schwerpunkt des Interim Managements liegt bisher auf der Phase der Wertsteigerung. Als Beispiele mögen die Optimierung der Vertriebsorganisation, die Internationalisierung, die Optimierung von Supply Chain Management/Logistik/IT, aber vor allem auch die Optimierung von Controlling und Reporting dienen. Einsatzfelder der Interim Manager sind jedoch heutzutage bereits vielfältiger; beispielhaft könnte man hier u.a. die Mitwirkung beim Kauf/Verkauf von Geschäftsbereichen, bei der Investorensuche und der Übernahme von Commercial Due Diligence-Tätigkeiten heranziehen.

Fazit:
Private Equity und das Leistungsspektrum des Interim Managements bilden eine solide gemeinsame Basis. Beide leben zumindest theoretisch von einem begrenzten Zeithorizont, von der Veränderung im Prozess sowie der klaren und eindeutigen Ergebnisorientierung.