Executive Equity Partners (EEP) investiert in mittelständische Unternehmen in Umbruchphasen, wenn Eigentümer Herausforderungen nicht mehr allein bewältigen können. EEP bringt Kapital sowie strategische und operative Unterstützung ein und arbeitet eng mit Stakeholdern, mit Transparenz und Vertrauen als Maßgabe. Dieses Interview ist in dem Spezial-Update „Investoren im Mittelstand 2026„ erschienen.
Unternehmeredition: Was prägt derzeit die Finanzierungsgespräche im Mittelstand?
Peter Blumenwitz: Häufig geht es parallel um Nachfolge, notwendige Modernisierungsschritte und die Absicherung gegen externe Risiken. Investitionen
sind dafür oft zentral, gleichzeitig sind die Anforderungen von Finanzierungspartnern
an Transparenz und Umsetzungsfähigkeit gestiegen.
Was ist für EEP der zentrale Investmentgedanke?
Kapital allein reicht selten. Wir investieren dort, wo frisches Kapital mit operativer
Restrukturierungs- und Umsetzungskompetenz verbunden wird, entlang einer
klaren Transformationsagenda.
Was muss diese Agenda leisten?
Sie beginnt mit Transparenz und Prioritäten: Liquidität sichern, Ergebnisqualität sichtbar machen, Unrentables prüfen, Komplexität reduzieren. Danach kommt die Zukunftsfrage: Welche Produkte, Kundensegmente und Märkte sind tragfähig? Wo lässt sich Differenzierung und Marge aufbauen? Und wie wird Digitalisierung im konkreten Geschäftsmodell wirksam – in Prozessen, Daten, Vertrieb?
Restrukturierung ist für viele noch ein „Krisen“-Stempel. Wie drehen Sie diese Perspektive?
Indem wir sie als aktive Investitionsvoraussetzung begreifen. Es geht nicht um Reparatur in letzter Minute, sondern um Neuaufstellung. Wer früh offenlegt, wo der Anpassungsdruck liegt, wird wieder finanzierbar – und gewinnt Zeit.
Wo scheitern Transformationen aus Ihrer Sicht am häufigsten?
Meist in der Umsetzung. Veränderung erzeugt Reibung: Abläufe werden hinterfragt,
Verantwortlichkeiten verschoben, Kennzahlen neu gesetzt. Wenn Führung im Alltag fehlt, bleibt das Programm an der Oberfläche. Deshalb setzen wir nicht nur auf Kapital und Konzepte, sondern ergänzen die operative Führungsmannschaft gezielt mit der Restrukturierungsexpertise von Executive Interim Partners (EIP) und deren Netzwerk. So kommen erfahrene Manager in Schlüsselrollen, teils als Buy-in-Manager und Co-Investor. Das schafft Governance, klare Zuständigkeiten und eine KPI-Logik, die Fortschritt messbar macht – und eine gemeinsame Transformationsagenda auf Augenhöhe ermöglicht.
Sanierung und Wertsteigerung – ist das nicht ein Widerspruch?
Nicht, wenn die Reihenfolge stimmt. Erst Stabilisierung schafft Spielraum: Liquidität, Profitabilität, Fokussierung. Danach werden Investitionen strikt entlang der Agenda priorisiert – in Resilienz, Digitalisierung und Wachstum. Wert entsteht, wenn aus Klarheit im Zahlenwerk Klarheit im Handeln wird.
Wie sieht das in der Praxis aus – etwa bei Pinolino?
Pinolino stand im Konsumgüterumfeld unter Druck: E-Commerce-Marktplätze verändern Absatzkanäle, Kundenanforderungen steigen, Strukturen sind nicht mitgewachsen. Für uns war deshalb nicht nur Finanzierung, sondern eine ganzheitliche Transformationsagenda
zentral – gemeinsam mit dem bisherigen Gesellschafter und einem Manager aus dem EIP-Netzwerk, der als Buy-in-Gesellschafter die Geschäftsführung übernommen hat.
Welche Warnsignale sehen Sie bei potenziellen Investments?
Wenn Transparenz verweigert wird, Entscheidungen vertagt oder unprofitable Aktivitäten nicht konsequent angegangen werden. Transformation braucht Ehrlichkeit und die Bereitschaft, Maßnahmen konsequent durchzuhalten.
Woran messen Sie am Ende den Erfolg eines Investments?
An Stabilität (Liquidität und Transparenz), an Umsetzung (Verantwortlichkeiten, messbarer Fortschritt) – und daran, ob das Unternehmen wieder aus eigener Kraft in Effizienz und Zukunftsfähigkeit investieren kann.
Das Interview führte Eva Rathgeber.
👉 Dieser Beitrag ist in unserer Spezialausgabe „Investoren im Mittelstand 2026“ erschienen.
ZUM INTERVIEWPARTNER

Partner,
Executive Equity Partners (EEP)
blumenwitz@executive-equity.com







