Das mittelständische Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen stagniert zum Jahresbeginn 2026 nahezu unverändert. Laut KfW Research gab der entsprechende Index minimal um 0,1 Zähler auf einen Wert von -15,0 Saldenpunkten nach. Nach Angaben von Dr. Sebastian Wanke von der KfW ist diese Seitwärtsbewegung angesichts der aktuellen Grönlandwirren und Sorgen um neue US-Zölle als Zeichen der Krisenfestigkeit zu werten. Die Detaildaten der verschiedenen Wirtschaftsbereiche vermitteln dabei ein hoffnungsvolleres Bild als der aggregierte Hauptindikator.
Lage und Erwartung passen nicht ganz
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich im Mittelstand den zweiten Monat in Folge verbessert. Laut dem ifo Institut stieg dieser Teilindikator um 0,8 Zähler auf nun -18,4 Punkte an. Im Gegensatz dazu trübten sich die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate leicht ein. Diese nahmen nach Berechnungen der KfW von -11,1 Punkten auf einen Wert von -12,1 Punkten ab. Dennoch weisen die Experten darauf hin, dass die stabilen Werte trotz globaler Unsicherheiten positive Signale senden.
Aufschwung im deutschen Einzelhandel
Besonders im Einzelhandel hat sich die Stimmung zum Jahresstart wieder spürbar aufgehellt. Dort legte das Geschäftsklima laut dem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer deutlich um 4,2 Zähler auf -14,1 Punkte zu. Auch im Großhandel verzeichneten die Unternehmen eine Verbesserung der konjunkturellen Einschätzung. Diese positiven Entwicklungen in den binnenwirtschaftlich orientierten Sektoren stützen die allgemeine Stabilität der mittelständischen Wirtschaft.
Bei den Großunternehmen zeigt sich eine ähnliche Tendenz der Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Die Daten von KfW Research verdeutlichen, dass sowohl KMU als auch große Betriebe mit den gleichen globalen Herausforderungen kämpfen. Die Stimmung in der Industrie bleibt zwar gedämpft, wird aber durch die robustere Lage im Handel teilweise kompensiert. Laut Nina Luttmer von der Pressestelle der KfW bleibt die Krisenfestigkeit ein zentrales Merkmal der aktuellen Konjunkturphase. Die Unternehmen reagieren besonnen auf die volatilen Rahmenbedingungen des Weltmarktes.
Das Barometer basiert auf einer monatlichen Befragung von rund 8.000 mittelständischen Firmen in Deutschland. Als Mittelständler gelten dabei Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR. Die erhobenen Zeitreihen werden vom ifo Institut saison- und mittelwertbereinigt dargestellt. Ein Wert über der Nulllinie signalisiert eine überdurchschnittliche konjunkturelle Situation. Aktuell verharren die Werte jedoch noch unter diesem langfristigen Durchschnitt. Die Stabilisierung im Januar bildet nun die Basis für die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2026.
Sonderauswertung Leasingnutzung
Die KfW berichtet in einer aktuellen Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels über die Entwicklung der Leasingnutzung im deutschen Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen nutzen Leasing weiterhin als ein etabliertes Instrument zur Finanzierung. Laut der Analyse von Juliane Gerstenberger blieb der Anteil der nutzenden Firmen im Jahr 2024 mit 18% stabil. Dieser Wert entspricht exakt dem Niveau der vorangegangenen Erhebung aus dem Jahr 2021. Dennoch werden Anlagegüter im Mittelstand nach wie vor deutlich häufiger gekauft als geleast.
Der Gesamtwert der geleasten Anlagegüter belief sich im Jahr 2024 auf rund 61.000 Mio. EUR. Dies stellt laut KfW Research eine Steigerung von etwa 15% gegenüber dem Jahr 2021 dar. Das Volumen entspricht etwa einem Drittel der klassischen Investitionen im selben Zeitraum. Im Durchschnitt schlossen die Nutzer zwei Verträge pro Jahr ab. Das mittlere Volumen pro Vertrag lag bei 51 Tausend EUR. Besonders häufig kam das Instrument bei größeren Mittelständlern zum Einsatz. In diesem Segment schlossen 55% der Firmen neue Verträge ab. Dies ist ein Anstieg um 5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2021. Bei Kleinstunternehmen lag die Quote lediglich bei 16%.
Im Branchenvergleich lag der Dienstleistungssektor im Jahr 2024 mit einer Quote von 20% vorn. Dies bedeutet ein Plus von 3 Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragung. Nach Angaben der KfW ging die Nutzung im Baugewerbe hingegen deutlich zurück. Dort sank der Anteil von 18% im Jahr 2021 auf nun rund 11%. Auch das Verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen leichten Rückgang auf 18%. Dennoch schlossen Firmen dieser Branche mit 2,6 Verträgen die meisten Kontrakte ab. Das durchschnittliche Vertragsvolumen lag hier bei 69 Tausend EUR.
Bedeutung der Fahrzeugflotten
Personenkraftwagen blieben auch im Jahr 2024 das mit Abstand häufigste Leasingobjekt am Markt. Leasing setzt laut dem Bericht wichtige Impulse für die Modernisierung der Fahrzeugflotten. Insbesondere bei reinelektrischen Pkw ist der Anteil der geleasten Fahrzeuge sehr hoch. „Leasing ist ein im deutschen Unternehmenssektor etabliertes Finanzierungsinstrument“. Diese Einschätzung der Autorin unterstreicht die Bedeutung für die Investitionstätigkeit. Trotz stabiler Quoten zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede je nach Unternehmensgröße. Größere Firmen nutzen die Vorteile des Leasings weitaus intensiver als Kleinstbetriebe.







