Eterna kann weitermachen

eterna Restrukturierung
(c) Ralf

Die Zukunft des Hemdenherstellers Eterna scheint für die nächsten Jahre gesichert zu sein. Bei einer Versammlung am Unternehmenssitz in Passau stimmten die Gläubiger einem Restrukturierungsplan zu. Dieser Plan war wesentlicher Bestandteil für die Umsetzung eines Sanierungsverfahrens dem Unternehmensstabilisierungs- und
-restrukturierungsgesetz (StaRUG). Nach Angaben des Unternehmens erfolge die Zustimmung einstimmig. Die Inhaber der Anleihe 2017/2024 der eterna Mode Holding GmbH mussten allerdings kräftig bluten, denn nach dem nun vereinbarten Schuldenschnitt verliert sie 87,5% ihres Wertes – einschließlich der noch  ausstehenden Zinsen. Dieser Wert ist allerdings etwas höher als die ursprüngliche Planung einer Quote von 10%. Das operative Geschäft der ETERNA Mode GmbH sei von der Sanierung der Holding nicht berührt und somit würden alle operativen Aktivitäten unverändert fortgeführt.

Robus ist neuer Investor

Robus Capital Management Ltd. (Robus) Ist als weiterer Gesellschafter in das Unternehmen eingestiegen. Unter anderem dadurch wurde es möglich, dass die Anleihegläubiger eine höhere Quote erzielen. Robus ist bereits größter Aktionär des Unternehmens Gerry Weber aus Halle.  „Wir begrüßen Robus als neuen strategischen Partner und zusätzlichen Gesellschafter unseres Unternehmens“, erklärt Henning Gerbaulet, geschäftsführender Gesellschafter der eterna Mode Holding GmbH, bei der Versammlung.  Quadriga als bisherige Mehrheitsgesellschafterin hatte bereits bei Vorlage des Sanierungsplans angekündigt, auf ihre Forderungen aus einem Gesellschafterdarlehen von 32,3 Millionen Euro zu verzichten und zusätzliches Eigenkapital zur Verfügung zu stellen. Geschäftsführer Gerbaulet kündigte an, dass nach Abschluss des StaRUG-Verfahrens die Eigenkapitalquote der Holding auf 18,85% steigen würde. Zudem sei eine stabile Finanzierung bis 2025 gesichert.

Corona als Auslöser der Krise

Eterna war durch die Auswirkungen der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten. Home-Office und der Ausfall von Veranstaltungen führen ebenso zu Umsatzeinbrüchen wie die Lockdowns im Einzelhandel. 2020 schrumpfte der Umsatz um 25% auf 79 Mio. EUR und auch im ersten Quartal 2021 besserten sich die Zahlen nicht. Das Traditionsunternehmen beschäftigt etwa 1000 Mitarbeiter, darunter etwa 200 in Passau und 500 in der Slowakei.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören dabei Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen sowie Tech-Startups.

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