AEQUITA kauft IFA Gruppe

Automobilzulieferer
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Das Münchener Family-Office AEQUITA übernimmt die Ifa Gruppe, einen Spezialisten für Antriebswellen und Gelenke für die Automobilindustrie. Das Unternehmen aus Sachsen-Anhalt gehört zu den Traditionsmarken unter den deutschen Autozulieferern und wurde 1959 volkseigenes Industriekombinat für Fahrzeugbau „IFA-Gelenkwelle“ gegründet. Lange Jahre in der Zeit vor der Wiedervereinigung galt es als ein Vorzeigeunternehmen der damaligen DDR. Die Gesellschafter der Ifa Gruppe haben gestern eine verbindliche Vereinbarung mit zur vollständigen Übernahme mit Aequita getroffen. Der M&A-Prozess wurde nach Angaben von IFA vor mehreren Monaten gestartet und dabei vom Sanierungstreuhänder Arndt Geiwitz von der Kanzlei Schneider Geiwitz begleitet.

Restrukturierung ab 2018

Die Ifa Gruppe ist ein Automobilzulieferer, der nach eigenen Angaben einem Umsatz einer halben Milliarde Euro erwirtschaftet. An den Standorten Haldensleben, Stuttgart, Hanau, Ujazd (Polen), Charleston/South Carolina (USA), Novi/Michigan (USA) und Shanghai (China) produzieren 2.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Längswellen, Seitenwellen, Gelenke und Komponenten für namhafte Automobilhersteller. In den vergangenen Jahren absolvierte das Unternehmen einen intensiven Restrukturierungskurs. Unter anderem erfolgte der Abbau von rund 400 Arbeitsplätzen. Zum Kundenkreis gehören u.a. BMW, Ferrari, Ford, GM, Mercedes, Porsche und Volkswagen. Die Sparmaßnahmen waren ab 2018 erforderlich, nachdem Kreditauflagen verletzt worden waren. Die Gesellschafterfamilie übertrug ihre Anteile zur treuhänderischen Verwaltung, um dann auch den Verkauf in die Wege zu leiten.

Wachstum beschleunigen

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Aequita den idealen neuen Eigentümer für die Ifa Gruppe gefunden haben. Die Restrukturierungserfolge der vergangenen Jahre sind essenziell dafür gewesen, einen neuen strategischen Investor zu gewinnen. Die IFA Gruppe ist sehr gut am Markt positioniert und wird mit Aequita in die Lage versetzt, ihr Wachstums- und Innovationspotenzial in Zukunft noch besser auszuschöpfen“, sagte Dr. Arno Haselhorst, CEO und CRO der Ifa Gruppe. „Die Ifa Gruppe ist eine Traditionsmarke in der deutschen Automobilzuliefererindustrie. Zahlreiche namhafte Automobilhersteller vertrauen der technologischen Expertise und langjährigen Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die erzielten wichtigen Fortschritte bei der Restrukturierung bilden nun die Grundlage für das zukünftige Wachstum unter Führung des Managementteams um Arno Haselhorst. Wir sehen für die Ifa Gruppe erhebliches Potenzial, ihre weltweit führende Position noch zu stärken“, sagte Christoph Himmel, der für die Transaktion verantwortliche Managing Partner von Aequita. Über Details zur Transaktion, die bis Ende März vollständig abgeschlossen sein soll, wurde Stillschweigen vereinbart.

Aequita ist ein Münchner Family Office, das in Sondersituationen wie Konzernabspaltungen, Nachfolge- und Restrukturierungssituationen in Europa investiert. Im Portfolio sind zwei weitere Automobilzulieferer: Willi Elbe Gruppe und Meteor Gruppe – beide jeweils mit einem Umsatz von rd. 200 Mio. EUR.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören dabei Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen sowie Tech-Startups.

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