König Gruppe startet Sanierung in Eigenverwaltung

Foto: © AdobeStock_VRD
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Die König Gruppe befindet sich in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Das Amtsgericht Göttingen ordnete das vorläufige Verfahren für die Holding und zwei Tochtergesellschaften an. Nach Angaben des Unternehmens soll die Restrukturierung den dauerhaften Fortbestand der operativen Geschäfte sichern. Das Management bleibt im Amt und führt die Geschäfte fort. Externe Berater unterstützen die Geschäftsleitung bei der Neuausrichtung. Als Restrukturierungsgeschäftsführer steuern Fredrik Ljungman von der Ljungman CRO GmbH und Christian Stoffler den Prozess. Stoffler vertritt die Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte. Die operative Umsetzung vor Ort leitet Dr. Matthias Meyer. Rechtsanwalt Markus Kohlstedt von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte überwacht das Verfahren als vorläufiger Sachwalter. Kohlstedt fungiert bei einzelnen Komplementärgesellschaften ohne eigenen Geschäftsbetrieb auch als vorläufiger Insolvenzverwalter. Die Anträge umfassen die Holding König SE & Co. KG sowie zwei operative Spartengesellschaften.

Strukturierte Investorensuche gestartet

Für die Unternehmensgruppe beginnt zeitnah ein strukturierter Investorenprozess. Dabei sind eine Gesamtlösung für die Gruppe sowie Teillösungen für einzelne Bereiche denkbar. Laut dem Unternehmen erwirtschaftete die Gruppe im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 100 Mio. EUR. Zuletzt belasteten eine niedrige Auslastung sowie zunehmender Preisdruck und Margendruck das operative Geschäft. Zudem machten interne strukturelle Herausforderungen dem Betrieb zu schaffen. „Die Gruppe kämpfte mit zu niedriger Kapazitätsauslastung sowie Preis- und Margendruck“, sagt Stoffler. „Wir treiben die Restrukturierungsmaßnahmen fokussiert voran. So schaffen wir eine gute Ausgangsbasis für eine langfristige Fortführungslösung“, erklärt der Sanierungsgeschäftsführer.

Löhne für 1.000 Mitarbeiter gesichert

Von den Eigenverwaltungsverfahren sind insgesamt rund 1.000 Beschäftigte betroffen. Knapp 900 Fachkräfte arbeiten bei der Sparte für Personaldienstleistungen. Die Mitarbeiter erhalten vorerst Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Das Sanierungsteam strebt eine Lösung bis zum Ende des Jahres 2026 an. Durch die Investorensuche sollen möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. „Der Name KÖNIG steht für jahrzehntelanges Know-how und hohe Qualität“, erklärt Ljungman. „Wir sind zuversichtlich, dass potenzielle Investoren diese Stärken würdigen. Unser Ziel ist eine zukunftsfähige Lösung bis Jahresende zur Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze.“

Traditionsbetrieb im Wandel

Die Geschichte des Baudienstleisters begann im Jahr 1965. Das Unternehmen startete als Betrieb für Montagedienstleistungen in der Baubranche. Daraus entwickelte sich eine mittelständische Gruppe mit zwei Sparten. Die Gesellschaft König Fachpersonal GmbH & Co. KG stellt bundesweit Fachkräfte bereit. Der Einsatz erfolgt an mehr als 15 Standorten in Deutschland. Zudem unterhält die Sparte drei Standorte in Österreich. Das Angebot umfasst Kräfte für Handwerk, Industrie, Logistik und Verwaltung. Die Firma König Profilsysteme GmbH & Co. KG produziert in Moringen. Der Betrieb fertigt Metallprofile und Zubehör für Wand und Decke. Die Produkte dienen dem modernen Innenausbau. Die Unternehmerfamilie Döscher kontrolliert die Gruppe über eine Familienstiftung.

Firmengründer Gerd-Hinrich Döscher verstarb vor kurzem im Alter von 84 Jahren. Der operative Geschäftsbetrieb läuft an allen Standorten uneingeschränkt weiter. Das Management treibt Gespräche mit potenziellen Partnern voran. Kunden und Lieferanten unterstützen den eingeleiteten Sanierungskurs. Die Restrukturierung soll das Unternehmen dauerhaft stabilisieren. Ziel bleibt die Weiterführung beider Geschäftsbereiche. Die Verantwortlichen setzen auf eine rasche Einigung mit künftigen Investoren. Das Sanierungsverfahren bietet den passenden Rahmen für den anstehenden Umbau. Die Beratung erfolgt durch spezialisierte Fachanwälte für Insolvenzrecht. Die Gruppe blickt nach vorn.

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Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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