Der österreichische Anlagenbauer K industries übernimmt die deutsche LOHSE-Gruppe. Zur Gruppe gehören die MARTIN LOHSE GmbH, die Maschinenbau Lohse GmbH sowie die Verwaltungs-Lohse GmbH & Co. KG. Das Traditionsunternehmen aus Heidenheim an der Brenz fertigt Industriearmaturen aus Stahl und Edelstahl für die Papier-, Chemie- und Umwelttechnik. Der Käufer K industries ist ein familiengeführter Industrieanlagenbauer mit Sitz im österreichischen St. Andrä. Nach Angaben des Käufers bietet das Unternehmen Engineering, Fertigung und Montage aus einer Hand an. Die Gruppe bedient unter anderem die Branchen Papier, Zellstoff, Chemie und Umwelttechnik. Die Übernahme ergänzt das Portfolio des österreichischen Erwerbers gezielt. Nach Angaben des Erwerbers verbindet die Transaktion das technische Know-how von LOHSE mit den Vertriebskompetenzen der neuen Muttergesellschaft. Die Transaktion soll neue Perspektiven für die Weiterentwicklung schaffen.
Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung
Die MARTIN LOHSE GmbH wurde 1908 gegründet. Das Unternehmen fertigt Absperr-, Regel- und Rejectschieber für anspruchsvolle Anwendungen. Ein Rückgang bei Umsatz und Auftragseingang löste eine schwere Krise im Betrieb aus. Im Januar 2026 wurden Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für die Gruppengesellschaften eröffnet. Im Rahmen dieser Sanierung gab es einen deutlichen Personalabbau am Standort Heidenheim. Den Arbeitnehmern der Belegschaft drohte der Verlust der Arbeitsplätze. Etwa der Hälfte der rund 110 Beschäftigten wurde im Zuge der Eigenverwaltung gekündigt.
Ergänzung für den Standort Heidenheim
Der Erwerber ist in Heidenheim kein Unbekannter. Die Österreicher verfügen vor Ort bereits über die K industries-ALTHAMMER GmbH. Im Jahr 2017 übernahm die Firma Teile von Althammer und baute eine eigene Tochtergesellschaft auf. Durch die Nähe der beiden Werke bestehen klare Synergien. Beide Einheiten fertigen Apparate, Behälter und Rohrleitungen für die Prozessindustrie. Nach Angaben des Käufers ergänzen sich die Leistungsportfolios perfekt. Der Standort Heidenheim bleibt durch den Verkauf der Gruppe erhalten.
Neue Partnerschaft
Die WINTERGERST Societät für Unternehmer-Beratung GmbH & Co. KG hat den Investorenprozess strukturiert und durchgeführt. Die Stuttgarter Beratungsgesellschaft suchte im internationalen Umfeld nach einem passenden Partner für den Mittelständler – es konnte eine langfristige industrielle Lösung erzielt werden. Das Team um Christian Scharfenberger, Simon Ulmer und Florian König steuerte das Projekt.
„Die Verbindung der technologischen Kompetenz und starken Marktposition von LOHSE mit den industriellen Ressourcen und dem Netzwerk von K Industries eröffnet erhebliche Synergie- und Entwicklungspotenziale“, erklärt Franz Kreuzer, geschäftsführender Gesellschafter der K industries GmbH. „Zugleich danken wir WINTERGERST für die jederzeit professionelle, lösungsorientierte und vertrauensvolle Begleitung der Transaktion“. „Wir sind überzeugt, mit K Industries den idealen strategischen Partner für LOHSE gefunden zu haben, unter dessen Führung sich das Unternehmen und der Standort Heidenheim nachhaltig weiterentwickeln wird“, erklärt Christian Scharfenberger von Wintergerst. Über Kaufpreis, Umsatzzahlen und übernommene Verbindlichkeiten schwiegen die Parteien. Auch zur rechtlichen Struktur des Deals machten die Partner keine Angaben.







