Die Trekvoss GmbH aus Hohenbrunn bei München hat einen strukturierten Investorenprozess zur Suche nach einem Käufer eingeleitet. Das Amtsgericht München hatte zuvor die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen des Onlinehändlers für Outdoor- und Campingausrüstung angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Marc-André Kuhne von der Kanzlei Dkr Kuhne Dr. Raith Rechtsanwälte PartGmbB. Nach Angaben der Kanzlei haben die Verantwortlichen bereits erste Sondierungsgespräche mit Marktpartnern aufgenommen. Dabei zeigten potenzielle Erwerber bereits großes Interesse an einer Übernahme. Ziel des nun gestarteten Verfahrens ist die Gewinnung eines strategischen Partners für das Handelsunternehmen.
Verkauf läuft im Webshop und vor Ort weiter

Trotz des laufenden Insolvenzantragsverfahrens geht der Geschäftsbetrieb bei dem Handelsunternehmen ohne Unterbrechung weiter. Kunden und Partner können das Angebot des Händlers weiterhin vollumfänglich nutzen. Den Großteil der Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen über den eigenen Onlineshop. Parallel dazu bleiben der Showroom und das Lager in Hohenbrunn regulär geöffnet. Offene und neue Kundenbestellungen führt das Unternehmen aus bestehenden Beständen sowie im Streckengeschäft aus. „Unser oberstes Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb stabil fortzuführen und den Verkauf für unsere Kunden nahtlos offenzuhalten“, betont der vorläufige Insolvenzverwalter Marc-André Kuhne. „Gemeinsam mit dem ganzen Team und der Geschäftsführung sind alle Abläufe gesichert, was uns eine verlässliche Ausgangslage für die anstehenden Investorengespräche verschafft.“
Finanzierung und Mietkündigung belasten Kasse
Hintergrund der wirtschaftlichen Schieflage war laut der Kanzlei vor allem die bestehende Finanzierungsstruktur des Unternehmens. Umsatzabhängige Finanzierungen führten über prozentuale Einbehalte bei den Zahlungsanbietern zu laufenden Liquiditätsabflüssen. Zusätzlich verschärften ein allgemeiner Preisdruck im Markt sowie die Kündigung des Mietvertrags im August 2026 die finanzielle Situation der Gesellschaft. Diese Faktoren machten schließlich eine strukturelle Neuaufstellung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens erforderlich. Im Geschäftsjahr 2024 hatte das Unternehmen noch Umsatzerlöse in Höhe von rund 2,46 Mio. EUR erzielt. Im darauffolgenden Jahr 2025 lag der Umsatz bei rund 2,21 Mio. EUR.
Breites Sortiment für Camping und Geländewagen
Die heutige Gesellschaft ging im Juli 2023 aus einer zuvor bestehenden GbR-Struktur der beiden Unternehmensgründer hervor. Die Gründer sind bereits seit vielen Jahren auf den Handel mit Outdoor-, Camping- und Offroadausrüstung spezialisiert. Das Geschäftsmodell verbindet den spezialisierten Webshop mit einer persönlichen Kundenberatung im eigenen Showroom in Hohenbrunn. Dort bietet der Händler neben der Beratung auch Zeltmontagen sowie die Vermietung von Ausrüstung an. Zur Zielgruppe zählen insbesondere Campingbegeisterte, Reisende mit dem Auto oder dem Van sowie Offroad-Enthusiasten. Das angebotene Sortiment umfasst unter anderem Dachzelte, Markisen, Campingküchen und mobile Solarlösungen. Hinzu kommt modellspezifisches Fahrzeugzubehör für die Automarken Suzuki, Jeep, Land Rover, Ford, Volkswagen und Toyota.
Verhandlungen über nachhaltige Zukunftslösung
Für die angelaufene Investorensuche sieht der vorläufige Insolvenzverwalter gute Perspektiven am Markt. „Wir verzeichnen im Investorenprozess bereits ein sehr erfreuliches Interesse potenzieller Erwerber“, erklärt Rechtsanwalt Kuhne. „Trekvoss bietet eine ideale Plattform, um den Direktvertrieb im Campingsegment gezielt auszubauen. Wir führen nun strukturierte Verhandlungen für eine nachhaltige Zukunftslösung.“ Die mandatierte Kanzlei ist auf Insolvenzverwaltung, Sanierung sowie Restrukturierung spezialisiert. Zwei Verwalter und zehn Mitarbeitende betreuen dort Verfahren aller Größenordnungen an zahlreichen Gerichten in Bayern. Rechtsanwalt Kuhne selbst ist auf Betriebsfortführungen sowie Sanierungen spezialisiert und wird seit 15 Jahren regelmäßig als Insolvenzverwalter bestellt.








