HF Opportunities übernimmt Mehrheit an Keuco

Während der Druck auf Private-Equity-Manager steigt, rücken kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) weiter in den Fokus.
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Die HF Opportunities übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an der Keuco GmbH & Co. KG. Der Anbieter für Badausstattungen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Hemer gewinnt dadurch einen neuen langfristigen Eigenkapitalpartner für seine geschäftliche Weiterentwicklung. Die Transaktion erfolgt im Rahmen eines Share Deals. Über das finanzielle Volumen der Übernahme vereinbarten die beteiligten Parteien Stillschweigen.

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen soll die Transaktion die Marktposition des Herstellers dauerhaft sichern. Das 1953 gegründete Industrieunternehmen entwickelt und fertigt Badaccessoires, Armaturen, Spiegelschränke sowie Badmöbel. Wesentliche Teile der Produktion und die gesamte Produktentwicklung liegen am firmeneigenen Standort in Nordrhein-Westfalen. Keuco gilt als etablierter Premiumanbieter in der DACH-Region. Der Investor sieht in dem vorhandenen Know-how eine solide Ausgangsbasis für die künftige Begleitung während einer Phase verhaltener Marktnachfrage. „Keuco verbindet eine etablierte Premiumposition mit ausgeprägter Design- und Fertigungskompetenz“, sagt Hermann Reitze, Managing Partner bei HF Opportunities. „Wir wollen diese Stärken bewahren und das Unternehmen mit frischem Kapital und einer langfristigen Perspektive durch die aktuelle Marktsituation begleiten.“

Neuausrichtung soll Portfolio schärfen

Der neue Partner bringt neben Eigenkapital auch operative Erfahrung sowie strategisches Sparring in die Kooperation ein. Gemeinsam mit der Belegschaft wollen die Verantwortlichen interne Abläufe verbessern und vorhandene Kapazitäten anpassen. „Entscheidend ist, gemeinsam mit dem Keuco-Team Maßnahmen mit Blick auf Qualität, Kunden und Mitarbeitende umzusetzen“, betont Dr. Gerd Sievers, Managing Partner bei HF Opportunities. Laut Sievers wolle man das Kernsortiment schärfen, die Kostenposition stärken und das Haus zukunftsfähig aufstellen. Im Mittelpunkt stehe eine langfristig tragfähige Perspektive für den Hersteller. Mit einem partnerschaftlichen Ansatz soll eine robuste operative Basis für die Marktentwicklung entstehen.

Familienunternehmen setzt auf Partnerschaft

Auch die bisherige Eigentümerstruktur bleibt in Teilen bestehen. Die bisherige Gesellschafterfamilie Himrich hält weiterhin eine Minderheitsbeteiligung an dem Betrieb. „Wir sind froh, dass wir mit HFO einen deutschen Investor für die zukünftige Ausrichtung von Keuco gewinnen konnten“, betont Keuco-Chef Lubert Winnecken. „Mit einer starken neuen Unternehmensstruktur können die Chancen im Markt optimal genutzt werden.“ Zudem stehe Keuco für eine beständige Marke mit tiefen Wurzeln. Auch die Arbeitnehmervertretung begrüßt die Neuausrichtung des Unternehmens. Der Betriebsrat war direkt in den gesamten Übernahmeprozess eingebunden. Er sieht in dem Einstieg die Chance, Keuco nachhaltig zu stabilisieren und perspektivisch auf einen soliden Wachstumskurs zu führen.

Für die rechtliche Begleitung der Transaktion zeichnete die Kanzlei Metis verantwortlich. Die steuerliche Strukturierung übernahm die Gesellschaft Kuhn & Partner. Zu Fragen der Finanzierung beriet die Kanzlei Watson Farley Williams, während die Kanzlei Poellath kartellrechtliche Aspekte prüfte. Im Deal-Team von HF Opportunities engagierten sich neben Reitze und Sievers auch Konrad Wienert. HF Opportunities agiert als spezialisierte Einheit für Sondersituationen innerhalb der Hannover Finanz Gruppe. Das Beteiligungshaus mit Standorten in Hannover, Frankfurt und Wien verfügt über mehr als 45 Jahre Erfahrung im Mittelstand. Die Gruppe besteht aus den Sparten HF Equity, HF Debt und HF Opportunities. Die inhabergeführte Gesellschaft investiert seit 1979 in Wachstumsfinanzierungen sowie Nachfolgeregelungen in der DACH-Region. Aktuell gehören 34 Unternehmen zum Portfolio. Das Haus begleitet Firmen ab 20 Mio. EUR Jahresumsatz und übernimmt dabei Mehrheitsbeteiligungen.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, Insolvenzen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Unternehmensnachfolgen.

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