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„Gemeinsam generieren wir einen echten Mehrwert“

Foto: © tippapatt_AdobeStock

Abacus alpha ist ein Langfristinvestor, der seine Small-Cap-Beteiligungen mit Expertise und Geld unterstützt und in Krisen die Nerven behält. Wir sprachen mit CFO Thomas Götzmann.

Unternehmeredition: Wie sieht eine typische Firmenbeteiligung von Abacus alpha aus?
Thomas Götzmann:
Wir sind spezialisiert auf Unternehmensnachfolgen und Wachstumsfinanzierungen im Small-Cap-Bereich. Ein gutes Beispiel ist unsere Beteiligung am Sportbodenhersteller ASB, die wir 2016 eingegangen sind. Der Unternehmensgründer wollte die Firma an seinen Sohn übertragen. Der knüpfte seinen Einstieg an die Bedingung, dass ASB in ein neues Geschäftsfeld expandiert, den Bau von Glassportböden. Die hatte man zwar bereits entwickelt, aber für den Markteintritt fehlte das nötige Geld. In dieser Situation kam der Sohn auf uns zu. Uns haben die Wachstumspläne überzeugt – deshalb waren wir auch einverstanden, erst einmal eine Minderheitsbeteiligung einzugehen. Der Vater überschrieb 51% seiner Anteile an seinen Sohn, wir kauften ihm die restlichen 49% ab. Damit war die Nachfolge gesellschaftsrechtlich geregelt. Im selben Vertrag haben die beiden neuen Gesellschafter beschlossen, eine Wachstumsfinanzierung in die Firma zu geben, um den Markteintritt des Glassportbodens zu ermöglichen.

Wie gingen Sie in der Umsetzung vor?

Wir mischten uns nicht in das operative Geschäft ein, sondern haben die Geschäftsleitung als Sparringspartner unterstützt. Einmal im Monat treffen wir uns und sprechen alles Wichtige durch: Finanzen, Vertrieb, Auftragseingänge, Personalfragen. Außerdem haben wir einen Strategieprozess initiiert. Den hatte es bei ASB nicht gegeben, was typisch ist für kleinere Unternehmen. Zudem setzten wir einen Planungsprozess in Gang, den solch kleine Firmen in der Regel auch nicht haben. Wir machen Dreijahresplanungen mit drei verschiedenen Szenarien, alles in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung. Damit generierten wir einen echten Mehrwert.

Wie ist es ASB in den Krisen der letzten Jahre ergangen?

Das war natürlich auch für ASB eine schwierige Zeit. Kurz vor Ausbruch der Coronapandemie gab es zahlreiche Anfragen und Buchungen. In der Pandemie wurde dann vieles wieder abgesagt oder verschoben. In einer solchen Situation ist es wichtig, nicht in Panik zu verfallen. Wir haben Ruhe bewahrt und ASB mit unserer Managementkompetenz, aber auch mit finanziellen Mitteln gestärkt. Eine wichtige Maßnahme war auch die Erweiterung der Lagerhaltung, um das Lieferkettenproblem zu mildern. Auch haben wir die ruhige Zeit in der Pandemie gemeinsam genutzt, um Prozesse für die Zeit danach zu verbessern. Das alles hat sich gelohnt. Wir haben inzwischen viele Projektanfragen bekommen, die jetzt auch zu Auftragseingängen geworden sind.

Wie muss ein Unternehmen aufgestellt sein, damit sich Abacus alpha dafür interessiert?

Die Grundvoraussetzung ist, dass wir von dem Geschäftsmodell überzeugt sind. Außerdem ist wichtig, dass wir uns mit dem Management noch vor unserem Einstieg darin einig sind, wo die Reise hingehen soll, was die wichtigsten Eckpunkte sind. Dann können wir von Abacus schlicht mit Geld begleiten und mit unserer Managementexpertise. Wir kennen den Mittelstand. Wir fühlen uns da wohl. Wir wissen, wie Strukturen für Wachstum aussehen müssen, und können sie rechtzeitig aufbauen. Wir sind im sehr kleinen Segment unterwegs. Wir sind auch bereit, in Minderheiten zu gehen. Idealerweise wollen wir irgendwann aber schon in die Mehrheit kommen. Wir sind eine Beteiligungsgesellschaft, die kommt, um zu bleiben. Wir denken langfristig und haben keine Verkaufsabsichten.

Wohin geht die Reise bei ASB?
Das Geschäft mit den Glassportböden wird ausgebaut und das auch weiterhin international – Sport findet schließlich auf der ganzen Welt statt. Glassportböden stehen für Disruption in einem Milliardenmarkt.


ZUR PERSON

Foto: © Abacus alpha

Thomas Götzmann,
CFO, Investment Manager,
Abacus alpha GmbH
Thomas.Goetzmann@ab-alpha.de

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag erscheint Mitte Mai im Spezial “Investoren im Mittelstand”.

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