Disruptives M&A-Geschäftsmodell

Technologische Umbrüche und volatile Rahmenbedingungen verlangen mehr Flexibilität und Schnelligkeit von Unternehmensstrategien. Ein effizientes M&A-Geschäftsmodell kann einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil bieten.

Das Integrationsmanagement (PMI) ergänzt die M&A-Strategie und die Transaktionsphase. Die wesentlichen Bausteine sind die Definition der PMI-Strategie, die Festlegung des konkreten Programmes, die anschließende Umsetzung sowie das durchgängige Controlling des Erfolges. Im Rahmen dieser Strategie werden auf Basis der Due Diligence die wesentlichen Ziele der Integration und das Design der PMI festgelegt. Das PMI-Design umfasst vor allem die Art, die Intensität und die Geschwindigkeit der Integration. Auf diesen Zielen aufbauend wird ein spezifisches Integrationsprogramm für die einzelnen Module entworfen. Für die Sicherstellung des Integrationserfolges ist zuletzt ein permanentes Monitoring und Controlling notwendig. Auf der Basis von Frühindikatoren und Härtegraden kann das Management bei Abweichungen vom geplanten Integrationsverlauf frühzeitig gegensteuern.

Fehlende Kompetenzen

Um eine wertsteigernde Transaktion für den Käufer darzustellen, muss der Barwert (d.h. die diskontierten Vorteile bzw. Cashflows) der aus der Transaktion realisierten Synergien im Minimum dem gezahlten Premium entsprechen. Dies ist Aufgabe des Synergiemanagements als Supportprozess, der sich entlang aller drei Primärphasen des M&A-Prozesses erstreckt: In der M&A-Strategiephase geht es um eine erste Modellierung der wesentlichen Synergiefelder. In der Transaktionsphase sind die Potenziale zu verifizieren, und in der Integrationsphase schließlich gilt es dezidierte Umsetzungsprojekte festzulegen, umzusetzen und zu überwachen.

Das M&A-Projektmanagement, als zweiter Supportprozess, stellt auf die M&A-Projektführung und Koordinierung der einzelnen Module ab. Im Falle von revolvierenden M&A-Vorhaben empfiehlt sich ein professionelles M&A-Kompetenzmanagement. Ein integriertes M&A-Projektmanagement erstreckt sich dabei bis hinein in die Integrationsphase. Gerade erfolgreiche M&A-Projekte vermeiden den oftmals vorhandenen Bruch zwischen der Phase des Erwerbes des Zielunternehmens und der daran anschließenden Integration. Über ein Integrationsoffice können die verschiedenen Aufgaben und Projekte der PMI schnell und effizient gesteuert werden.

Fazit

Für disruptive Geschäftsmodelle und Innovationen fehlen oftmals wesentliche oder ergänzende Kompetenzen. M&A kann hier eine ideale Lösung darstellen. Das vorgestellte M&A-Geschäftsmodell mit seinen fünf Bausteinen erlaubt die schnelle und effiziente Umsetzung von parallelen M&A-Vorhaben.


Zur Person:

Prof. Dr. Thorsten Feix hält seit 2012 die Professur für Corporate Strategy, Corporate Finance und M&A an der Hochschule Augsburg. Ferner ist er für den internationalen, rein englischsprachigen Master-Studiengang „International Business & Finance (IBF)“ verantwortlich und als Vorstand im Bundesverband M&A tätig.

www.hs-augsburg.de

 

 

 

 

 

Autorenprofil

Prof. Dr. Thorsten Feix ist seit 2012 Professor für Investmentbanking and Financial Institutions an der Hochschule Augsburg. Zuvor leitete er mehr als 15 Jahre in verschiedenen führenden deutschen Unternehmen, wie Daimler, Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH und Knorr-Bremse, die Bereiche Strategie und M&A. Zusätzlich ist er seit 2007 im Bundesverband M&A als Vorstand tätig.

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