Die Vergabe neuer Kredite durch deutsche Banken an Unternehmen hat laut KfW-Research im dritten Quartal des Jahres 2025 leicht an Fahrt aufgenommen. Das geschätzte Kreditneugeschäft expandierte nach Angaben von Stephanie Schoenwald um 1,9% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Nach einem sehr schwachen zweiten Quartal mit lediglich 0,8% Zuwachs zog die Rate im Sommer somit moderat an. In preisbereinigter Rechnung ging das Volumen jedoch wie die Unternehmensinvestitionen zurück. Gemessen am Deflator für die Investitionen wird ein realer Rückgang des Neugeschäfts verzeichnet. Banken melden laut der Bundesbankumfrage bereits seit mehr als einem Jahr eine zunehmende Nachfrage nach Krediten. Zu dieser Wahrnehmung trägt laut dem Bericht der stärkere Aufwärtstrend bei gewerblichen Wohnungsbaukrediten bei. Diese Finanzierungen fließen jedoch nicht in das von der KfW geschätzte Neugeschäft ein.
Herausfordernde Bedingungen für Finanzierung
Die Finanzierungsbedingungen für deutsche Firmen bleiben laut dem Kreditmarktausblick weiterhin herausfordernd. Der Rückgang der Kreditkosten kommt nach Einschätzung der Experten nun an sein Ende. Die durchschnittlichen Kreditkosten für Unternehmen sanken im Vergleich zum zweiten Quartal um 24 Basispunkte auf 3,6%. Maßgeblich dafür waren vor allem Kredite mit kurzen Laufzeiten von weniger als einem Jahr. Kredite mit längeren Laufzeiten verteuerten sich laut den Daten des Berichts sogar leicht. Das Abwärtspotenzial bei den Kreditzinsen gilt damit weitgehend als ausgeschöpft. Wegen des Aufwärtstrends der Kapitalmarktzinsen wird mit einem weiteren Anstieg der Zinsen für Langläufer gerechnet. Banken legen in einem Umfeld erhöhter Ausfallrisiken zudem weiter strenge Maßstäbe bei der Vergabe an.
Insolvenzzahlen beeinflussen Kreditvergabe
Die Institute verschärften nach eigenen Angaben im Bank Lending Survey erneut ihre Kreditrichtlinien. Diese strengeren Kriterien werden laut dem Bericht mit einer verschlechterten Einschätzung der Risikolage begründet. Mit Blick auf steigende Insolvenzzahlen und Wertberichtigungen erscheint dieses Verhalten nachvollziehbar. Bis September des Jahres 2025 beantragten nach Angaben der Bundesbank 11,7% mehr Unternehmen eine Insolvenz als im Vorjahr. Das Insolvenzgeschehen liegt damit im mehrjährigen Vergleich auf einem erhöhten Niveau. Die Vorsicht der Banken spiegelt sich auch in der Entwicklung der KfW-ifo-Kredithürde wider. Diese Hürde lag für kleine und mittlere Unternehmen im dritten Quartal nahe dem Höchstwert.
Prognosen für 2026
Deutliche Unterschiede zeigen sich laut der Analyse beim Blick auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche. Bankdarlehen an Wohnungsunternehmen legten im dritten Quartal auf Jahressicht um fast 5% kräftig zu. Am entgegengesetzten Ende steht das Verarbeitende Gewerbe mit einem Rückgang der Bestände um fast 4%. Der Ausblick für den gesamten Kreditmarkt wird dennoch als freundlicher eingestuft. Die Experten erwarten eine deutliche Beschleunigung des Wirtschaftswachstums auf 1,5% im Jahr 2026. Die preisbereinigten Unternehmensinvestitionen sollen nach diesen Erwartungen um rund 22% ansteigen. Steigende Finanzierungsbedarfe wirken sich laut der Prognose positiv auf die Angebots- und Nachfrageseite aus. Für das laufende vierte Quartal wird bereits mit einer zunehmenden Dynamik gerechnet. Im ersten Quartal 2026 soll das Wachstum der Kreditneuzusagen bei 3% liegen.





