Rund 3,6 Millionen Personen gingen 2023 in Deutschland laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes in ihrer Haupttätigkeit einer selbstständigen Erwerbsarbeit nach. Der Anteil der Selbstständigen mit Migrationshintergrund ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen, wie Berechnungen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn zeigen.
Anstieg des Anteils mit Migrationshintergrund
Ein Viertel der selbstständig Erwerbstätigen verfügte 2023 über einen Migrationshintergrund. Damit ist ihr Anteil seit 2014 von rund 17 auf 24 % gestiegen, während der Anteil der Selbstständigen ohne Migrationshintergrund im selben Zeitraum zurückging. Insgesamt sind rund ein Drittel der Selbstständigen Frauen und etwa zwei Drittel Männer. Dieser Anstieg des Anteils mit Migrationshintergrund deutet auf eine zunehmende Diversität unter den Selbstständigen in Deutschland hin.
Überwiegend Soloselbstständige
Die Mehrheit der Selbstständigen arbeitet ohne Beschäftigte. Rund 1,8 Millionen Personen gelten als Soloselbstständige, die keine Mitarbeiter beschäftigen. In etwa 38 % der Betriebe sind zwischen zwei und zehn Erwerbstätige tätig, während nur ein sehr kleiner Anteil der Selbstständigen Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten führt. Diese Verteilung zeigt, dass kleine und sehr kleine Unternehmen den Großteil der Selbstständigkeit in Deutschland ausmachen.
Schwerpunkt in Dienstleistungsbranchen
Soloselbstständige sind vor allem in den freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen tätig. Selbstständige mit Beschäftigten finden sich insbesondere im Handel und in der Kfz-Reparatur, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Baugewerbe. Insgesamt zeigt sich eine starke Konzentration selbstständiger Erwerbstätigkeit im Dienstleistungssektor. Diese Branchen bieten vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten für Selbstständige und tragen wesentlich zur Wirtschaft bei.
Entwicklung und Bedeutung
In den letzten Jahren ist die Zahl der Selbstständigen mit Migrationshintergrund kontinuierlich gewachsen, was auf eine positive Integration in den Arbeitsmarkt hinweist. Die hohe Zahl an Soloselbstständigen verdeutlicht auch, dass viele Menschen selbstständig arbeiten, um flexibel und eigenverantwortlich tätig zu sein. Gleichzeitig stellt die Konzentration in bestimmten Branchen Herausforderungen dar, etwa im Hinblick auf soziale Absicherung und Marktstabilität. Die Daten des Statistischen Bundesamtes und die Auswertungen des IfM Bonn liefern somit wichtige Einblicke in die Struktur und Dynamik der Selbstständigkeit in Deutschland.




