Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen hat sich im zweiten Halbjahr 2024 weiter verschlechtert. Wie der Creditreform Zahlungsindikator Winter 2024/25 zeigt, sind überfällige Forderungen im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen. Durchschnittlich wurden pro Kreditnehmer Rechnungen in Höhe von 22.239 EUR verspätet beglichen – ein spürbarer Anstieg gegenüber den 20.847 EUR aus dem Vorjahreszeitraum. Die Gründe für diese Entwicklung seien vielfältig. Einerseits wirken sich gestiegene Preise auf die Rechnungsbeträge aus, andererseits steigt auch die Anzahl der überfälligen Rechnungen. Unternehmen geraten zunehmend unter finanziellen Druck, was zu verlängerten Zahlungsprozessen führt.
Lieferanten verkürzen Zahlungsfristen

„2024 schnellten die Insolvenzzahlen in Deutschland um 25 Prozent nach oben – der höchste Stand seit 2015. Die damit verbundenen Ausfallrisiken zwingen Lieferanten und Kreditgeber, ihr Forderungsmanagement weiter zu verschärfen“, erläutert Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung.
Zahlungslaufzeiten sinken

Wirtschaftskrise setzt Unternehmen unter Druck
Der durchschnittliche Wert verspätet bezahlter Rechnungen sei im zweiten Halbjahr 2024 auf 2.034 EUR (VJ 1.955 EUR). Besonders betroffen seien Chemieunternehmen, wo Rechnungen im Schnitt 3.878 EUR überfällig sind. „Die wirtschaftliche Schwächephase zeigt sich nicht nur in stagnierenden Transaktionen, sondern auch in wachsenden Zahlungsausfällen. Preissteigerungen verschleiern oft das wahre Ausmaß der Krise – insbesondere in der Industrie bleiben die Geschäfte schwierig“, warnt Hantzsch. Der Creditreform Zahlungsindikator Deutschland basiert auf der Analyse von 3,9 Millionen Rechnungsbelegen aus dem Creditreform Debitorenregister. Er liefert wichtige Hinweise auf die finanzielle Stabilität der deutschen Wirtschaft. Die nächste Ausgabe des Berichts erscheint im August 2025.





