Pro Jahr stehen ca. 71.000 Familienunternehmen in Deutschland vor dieser Aufgabe, geht aus Untersuchungen des IfM Bonn hervor. Obwohl der Stabwechsel vielfach (ca. 65 %) planmäßig erfolgt, tritt nach wie vor ein Viertel aller Fälle unvorhergesehen ein, z.B. durch Krankheit, Unfall oder Tod. Liegen hier keine konkreten Pläne vor, kann der Ausfall des Firmenlenkers den Betrieb in ernste Schwierigkeiten bringen.

Deswegen ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesem Thema unerläßlich. Unternehmen müssen so aufgestellt sein, dass sie jederzeit auch ohne den Seniorchef überleben können. Da ein Viertel der Nachfolgen ungeplant eintritt, ist das unabhängig vom Alter zu sehen. Eine funktionierende zweite Führungsebene, definierte Prozesse und Controllingsysteme sind hilfreiche Instrumente, um einen sicheren Übergang zu gewährleisten.

Etwa die Hälfte der Unternehmen bleibt heute in Familienhand. Die andere Hälfte wird vollständig oder teilweise verkauft. Jede 10. Firma muss infolge einer fehlenden Nachfolgelösung sogar Insolvenz anmelden. Aus Sicht vieler Unternehmer stellt eine familieninterne Nachfolge die beste Variante dar, ansonsten muss eine externe Lösung verfolgt werden.

Ohne Zweifel hat die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise auch die Finanzierungsspielräume bei der Nachfolge erschwert. Außerdem setzen Gewinn- und Umsatzeinbrüche die Unternehmenswerte unter Druck. Deswegen werden Unternehmer mit dem Verkauf ihres Lebenswerkes eher auf den nächsten Aufschwung warten, um bessere Preise zu erzielen. Die widrigen Umstände sollten jedoch nichts an der Tatsache ändern, jederzeit für den Ernstfall gerüstet zu sein oder die Vorbereitungen für einen Verkauf in die Wege zu leiten.
Wann ist eine familieninterne, wann eine externe Lösung am besten? Wie ist die Familie abzusichern, ohne das Firmenvermögen zu gefährden? Wie kann die Nachfolge finanziert werden? Diese und weitere Fragen zu beantworten und Mittelständler beim Generationswechsel zu unterstützen, ist Ziel der vorliegenden Ausgabe. Im Mittelpunkt steht dabei wieder der Unternehmer selbst, der in Interviews, Standpunkten und Fallstudien zu Wort kommt.

Markus Hofelich
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