Handschlag: Das eigene Unternehmen kann auch an einen Manager des Unternehmens übergeben werden.
Handschlag: Das eigene Unternehmen kann auch an einen Manager des Unternehmens übergeben werden.

Die Nachfolge ist ein kritischer Punkt und wird in Deutschland oft als Tabuthema behandelt. Damit das Lebenswerk nicht gefährdet wird, müssen wichtige Herausforderungen frühzeitig erkannt und die Weichen richtig gestellt werden. Ein MBO kann eine Möglichkeit sein.

Es sind Aussagen wie diese: „Fünf Jahre mehr gehen wohl noch!“ – „Keiner kennt das Unternehmen so gut wie ich.“ – „Der Nachfolger soll sich erst mal seine Sporen verdienen!“, die zeigen, dass die Regelung der Nachfolge einer der schwierigsten Meilensteine in einem Unternehmerleben ist.


Frühzeitiger Start

Die Unternehmensnachfolge sollte mindestens drei bis fünf Jahre im Voraus geplant werden. Unternehmer sollten dieses Thema deshalb klug angehen und nicht zu lange warten – schon gar nicht, bis womöglich andere sie dazu drängen, langsam, aber sicher den Chefsessel zu räumen.

Zunächst sollten sich Unternehmer selbst fragen, wie, in welcher Form und mit welchen Personen eine Nachfolgeregelung aus ihrer Sicht in Betracht kommt. Die geeigneten Kandidaten sollten beobachtet, gefördert und die erzielten Leistungen verglichen und beurteilt werden. Dies trifft gleichermaßen für externe Kandidaten wie auch für Personen aus dem Familienkreis sowie interne Mitarbeiter zu. Was aber, wenn solche Kandidaten nicht in Sicht sind?

Bei der Auswahl eines Nachfolgers ist fast immer ein Familienmitglied die erste Wahl (ca. 45 Prozent der Nachfolgen). Der Wunsch, das eigene Lebenswerk in den Händen eines Verwandten fortgeführt zu sehen, ist verständlich. Aber nicht immer passen dieser Wunsch und die Interessen bzw. Fähigkeiten des Wunschkandidaten zusammen. Die Wahl eines ungeeigneten Kandidaten hat für das Unternehmen oft katastrophale Folgen.

Wer seine Nachfolge rechtzeitig in Angriff nimmt, kann geeignete, familienfremde Mitarbeiter im Hinblick auf eine mögliche Nachfolge gezielt fördern und fordern. Ebenso können neu einzustellende Mitarbeiter bereits unter dem Aspekt ihrer unternehmerischen Qualitäten ausgewählt werden. Gerade im Hinblick auf einen möglichen MBO ergeben sich hier in der konkreten Umsetzung zahlreiche strategische Optionen.

Die Umsetzung – klarer Blick für das Wesentliche

Viele Unternehmen müssen erst für die Übergabe fit gemacht werden, etwa indem sie Strukturen entflechten oder Zuständigkeiten eindeutiger klären. Hier können Unternehmer ansetzen, um eine eindeutige Beurteilung möglicher interner Kandidaten vorzunehmen. Herausfordernde Aufgaben sollten im Sinne eines Sonderprojekts verteilt werden, mögliche Kandidaten direkt an den Firmenchef berichten. So lernt dieser viel über Vorstellungen und Arbeitsweisen „live“ und „on-the-job“ kennen.

Gleiches kann man mit neuen Mitarbeitern von extern gezielt angehen. Hat ein Unternehmer in seinem persönlichen Umfeld oder auf einer Veranstaltung einen Experten gefunden, sollte er sich seine Mitarbeit im Unternehmen sichern. Solche Ansätze sollten als Plan B genutzt werden. Es ist nie verkehrt, neben potenziell geeigneten Familienmitgliedern parallel auch aussichtsreiche interne Nachfolger im Unternehmen zu haben. Damit wird das Risiko einer gescheiterten Nachfolge drastisch reduziert.