Mehr Chancen als Risiken

Revolutionäre Techniken bei Kommunikation, Transport und Logistik haben die Wertschöpfungsketten internationalisiert und die Welt zum „Global Village“ gemacht: Nichts ungewöhnliches ist es mehr, wenn ein deutscher Mittelständler Joint Ventures in China gründet, IT-Outsourcing und Call Center in Indien nutzt oder ein neues Vertriebsbüro in Kasachstan eröffnet.

Zweifelsohne gehört die deutsche Wirtschaft derzeit noch zu den Gewinnern der Globalisierung. Deutschland ist das fünfte Jahr in Folge Exportweltmeister und der Internationalisierungsgrad unserer Wirtschaft ist hoch: Mehr als die Hälfte aller Unternehmen ab 2,5 Mio. Euro Jahresumsatz verkauft Produkte und Dienstleistungen im Ausland. Dabei sind nicht nur Großunternehmen, sondern gerade auch zahlreiche Mittelständler als Global Player erfolgreich.

Neue Chancen ergeben sich immer wieder: Ein Schwerpunkt in jüngster Vergangenheit lag durch die EU-Erweiterung in den Staaten Mittel- und Osteuropa vor unserer Haustür. Dort ist Deutschland gut aufgestellt und zählt in einigen Staaten zum größten Investor. Nun richtet sich der Blick weiter gen Osten, in ehemalige Staaten der Sowjetunion, die aufgrund ihres Reichtums an Öl und Gas stark gewachsen sind: Russland, Kasachstan und Aserbaidschan. Die stärkste Globalisierungswelle geht von Asien aus. Die Epizentren liegen in China und Indien, den beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde.

Längst hat noch nicht jeder Mittelständler, der über entsprechendes Potenzial verfügt, die Chancen erkannt oder wartet noch ab. Das ist fatal. Natürlich führt der Schritt ins Ausland auf unbekanntes Terrain und birgt Herausforderungen: Unterschiedliche Mentalitäten, widrige Rahmenbedingungen, zeitraubende Bürokratie, die Gefahr der Produktpiraterie oder sogar fehlende Rechtssicherheit können Unternehmern das Leben schwer machen. Die größere Gefahr besteht jedoch darin, nichts zu tun. Entziehen kann sich der Globalisierung heute niemand mehr. Zunehmend greifen ausländische Unternehmen etablierte Anbieter in deren Heimatmärkten an. Wer nicht die Chancen der Globalisierung nutzt, wird über kurz oder lang von ihr überrollt.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt auch hier in einer guten Vorbereitung. Dazu leistet die vorliegende Unternehmeredition „Internationalisierung – Chancen in Asien und Osteuropa“ ihren Beitrag. Entsprechend der redaktionellen Philosophie kommen vor allem wieder Unternehmer selbst zu Wort. In Interviews, eigenen Artikeln oder Fallstudien geben Sie wertvolle Tipps und Erfahrungen an andere Unternehmer weiter.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine inspirierende und gewinnbringende Lektüre und freue mich auf Ihr Feedback!
Markus Hofelich
hofelich@unternehmeredition.de

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