Blick über den Tellerrand: Mittelständler sind für die Internationalisierung gut gerüstet (© fotolia/nito)
Blick über den Tellerrand: Mittelständler sind für die Internationalisierung gut gerüstet.

Internationalisierung gehört fest zum deutschen Mittelstand – das ist bekannt. Laut des Instituts Oxford Economics wird sich dieser Trend verstärken: Bis 2016 soll jeder zweite deutsche Mittelständler rund die Hälfte seines Umsatzes außerhalb Deutschlands machen. 

Die Internationalisierung des Wirtschaftsgeschehens ist grundsätzlich ein globaler Megatrend. Immer mehr Unternehmen weiten ihre ökonomischen Aktivitäten auf ausländische Märkte aus, um neue Absatzmärkte zu erschließen oder internationaler Konkurrenz zu begegnen. Jeder dritte Euro wird im Ausland verdient, und fast jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt davon ab, dass deutsche Produkte und Leistungen sich auf den Weltmärkten durchsetzen.


Wohin gehen die KMUs?

Im Jahr 2012 haben deutsche Unternehmen Waren im Wert von 1.097,3 Mrd. Euro ausgeführt. Mittelständische Unternehmen vereinen etwa ein Fünftel aller Exportumsätze auf sich. Auf den ersten Blick scheint es, dass grenzüberschreitendes Wirtschaften vornehmlich eine Sache der Großunternehmen ist, da diese eher auf kapitalintensiv erzeugte Produkte spezialisiert und zudem besser in der Lage sind, die erforderlichen Managementkapazitäten sowie die Finanzierung aufzubringen. Für kleine und mittlere Unternehmen dagegen ist die Herausforderung, sich international aufzustellen, ungleich größer. Gleichwohl ist zu erkennen, dass zunehmend auch KMUs den Schritt über die Grenze wagen.

Die Frühjahrsbefragung 2015 der größten Familienunternehmen (mit mehr als 250 Mitarbeitern) in Deutschland zeigte, dass im vergangenen Jahr fast 80 Prozent der Unternehmen Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportierten. Sie leisten damit einen gewaltigen Beitrag zur Exportstärke Deutschlands. Der Anteil der industriellen Familienunternehmen, die mindestens die Hälfte ihres Umsatzes über den Export erwirtschaften, liegt bei fast 50 Prozent.

Dabei ist die Europäische Union die mit Abstand wichtigste Region für den deutschen Mittelstand, während wachstumsstarke Märkte in den Schwellenländern noch vergleichsweise selten im Fokus für Handel und Investitionen stehen.