Gleichzeitig hat sich die Finanzierungssituation des Mittelstands stark verbessert. Die durch Basel II befürchtete „Kreditklemme“ ist ausgeblieben. Große und erfolgreiche Mittelständler werden von den Banken sogar regelrecht umworben. Auch das Angebot an alternativen Finanzierungsinstrumenten zum Bankkredit ist vielfältiger geworden – allerdings nutzt sie der Mittelstand bisher noch zu wenig: So bilden die beiden wichtigsten Kapitalquellen derzeit immer noch die Innenfinanzierung aus einbehaltenen Gewinnen sowie Bankkredite. Erst mit deutlichem Abstand folgt das Leasing, später Mezzanine und Private Equity (außerbörsliches Beteiligungskapital). Den Pfad zu einem besseren Finanzierungsmix hat der Mittelstand zwar schon eingeschlagen – er könnte aber viel breiter sein, wenn sich Unternehmer und deren Berater stärker mit den Vorteilen neuer Instrumente auseinandersetzen würden.

Gerade in Zeiten eines konjunkturellen Aufschwungs sollten die Unternehmen über die Aufnahme von Mezzanine oder Private Equity nachdenken – diesmal aus einer Position der Stärke heraus, bevor die nächste Rezession den Zugang zu Kapital wieder erschwert. Sicher stellen der Wandel der Finanzmärkte und die Nutzung innovativer Kapitalquellen hohe Anforderungen, doch an alt gewohnten Verhaltensmustern festzuhalten ist gefährlich.


Zu informieren, den Angebotsdschungel kritisch zu durchleuchten sowie Chancen und Risiken innovativer Finanzierungsinstrumente gegeneinander abzuwägen, ist das klare Ziel der Zeitschrift Unternehmeredition. 2006 zum ersten Mal erschienen, sind dieses Jahr insgesamt 4 Ausgaben der Unternehmeredition vorgesehen, jeweils zu verschiedenen Schwerpunktthemen: Neben der vorliegenden Ausgabe „Mittelstandsfinanzierung 2007 – Erfolgsrezepte zur Kapitalbeschaffung“ erscheint am 16. Juni die Ausgabe „Mezzanine 2007 – Anbieter und Modelle im Vergleich“, am 1. September „Private Equity – Erfahrungsberichte aus dem Mittelstand“ sowie am 8. Dezember „Internationalisierung – Chancen in Asien und Osteuropa“.

Kern des redaktionellen Konzeptes ist es, auch Unternehmer selbst zu Wort kommen zu lassen. So verrät Weberhaus-Geschäftsführer Dr. Ralph Mühleck seine Erfolgsrezepte einer familieninternen Nachfolge, Uzin Utz AG-Chef Dr. Werner Utz schreibt über Vorteile der Mitarbeiterbeteiligung, und Air Berlin-Gründer Joachim Hunold bezieht Stellung gegen ein gefordertes Verbot von Billigflügen.

Ich wünsche Ihnen eine Gewinn bringende und unterhaltsame Lektüre und freue mich auf Ihr Feedback!

Markus Hofelich