Der Maschinen- und Anlagenbauer Vollert Anlagenbau GmbH hat im Rahmen eines internationalen Investorenprozesses seine beiden Geschäftsbereiche erfolgreich verkauft. Die Sparte Heavy Duty Solutions wird künftig zur tschechischen PKD Holding, die Precast-Sparte übernimmt der finnische Branchenführer Elematic Oyj. Beide Transaktionen wurden in Form strukturierter Asset Deals für die deutschen Gesellschaften sowie als Share Deals für die Auslandsstandorte in Indien und Brasilien durchgeführt. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Marc-Philippe Hornung bleiben über 220 Arbeitsplätze an den Standorten in Deutschland, Indien und Brasilien erhalten. Vollert hatte sich im Zuge eines Sanierungsverfahrens neu aufgestellt und die Unternehmensbereiche organisatorisch voneinander getrennt. Die Beratungsgesellschaft FalkenSteg begleitete den komplexen M&A-Prozess mit parallelen, jedoch verzahnten Verkaufsstrukturen. Ziel war eine industrielle Lösung für beide Geschäftseinheiten mit langfristiger Perspektive.
Heavy Duty Solutions bleibt in Weinsberg
Der Geschäftsbereich Heavy Duty Solutions, der unter anderem Rangier- und Intralogistiksysteme entwickelt, wird künftig unter dem Namen Vollert Heavy Duty Solutions GmbH firmieren. Die tschechische PKD Holding, ein Unternehmen der JLF Group, übernimmt neben dem deutschen Geschäft auch 90 % der brasilianischen Tochtergesellschaft Vollert do Brasil Ltda.. Der Standort Weinsberg bleibt damit erhalten und wird in den internationalen Produktionsverbund der PKD-Gruppe eingebunden. „Wir kennen Vollert seit Jahren als technologisch starken Partner. Die Übernahme stärkt unsere Zusammenarbeit und eröffnet neue Potenziale“, erklärte PKD-Geschäftsführer Jan Falbr. Auch Hans-Jörg Vollert, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, betonte die Bedeutung des Einstiegs von PKD. Die Neuaufstellung ermögliche eine klare Konzentration auf die Kernkompetenz Schwerlast-Intralogistik.
Precast Solutions wird Teil von Elematic
Die Betonfertigteil-Sparte Precast Solutions wird künftig Teil der finnischen Elematic Group, einem global führenden Anbieter von Anlagen und Automatisierungslösungen für die Betonfertigteilindustrie. Neben dem deutschen Geschäft übernimmt Elematic auch die indische Tochtergesellschaft Vollert India Pvt. Ltd., die als Engineering- und Produktionsstandort künftig stärker in die globale Lieferkette integriert werden soll. Die Transaktion steht in Indien noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. „Mit der Integration von Vollert Precast stärken wir unsere internationale Marktposition und erweitern unser Know-how in den Bereichen Software, Schalungstechnik und Umlaufanlagen“, sagte Teppo Voutilainen, CEO der Elematic Group.
Sanierungsteam erzielt industrielle Lösungen
Nach Angaben des Insolvenzverwalters Hornung, Partner der Kanzlei SZA Schilling, Zutt & Anschütz, verfolgt die gewählte Struktur des Verkaufs eine klare industrielle Logik. Durch die Trennung der Geschäftsbereiche seien maßgeschneiderte Lösungen entwickelt worden, die sowohl den Fortbestand als auch die Weiterentwicklung des Traditionsunternehmens sichern. Während des gesamten Verfahrens sei der Geschäftsbetrieb stabil aufrechterhalten worden. Die Strukturierung der Transaktion umfasste komplexe Carve-Outs in zentralen Bereichen wie Einkauf, Engineering, Finanzen und IT sowie umfangreiche Regelungen zu Markenrechten, IP-Nutzung und Servicevereinbarungen. Der doppelte Prozess führte laut FalkenSteg zu einer ungewöhnlich breiten internationalen Investorenresonanz. „Die frühzeitige strategische Weichenstellung war entscheidend für den erfolgreichen Verlauf“, erklärte Jochen Wierz, verantwortlicher Partner bei FalkenSteg. Das Verfahren sei ein Beispiel für eine strukturierte Sanierung mit sozialer Verantwortung und hoher industrieller Substanz.





