Robert Bosch GmbH: Wachstum durch Kundennähe und Flexibilität

Mit fast 20.000 Mitarbeitern ist die Bosch-Gruppe das größte deutsch-indische Unternehmen. Die tiefe Verwurzelung des Unternehmens auf dem Subkontinent ist der Grundstein für den Erfolg. Bereits 1922 eröffnete Bosch die erste Repräsentanz in Kalkutta für den Vertrieb von Kraftfahrzeugtechnik.


Mit fast 20.000 Mitarbeitern ist die Bosch-Gruppe das größte deutsch-indische Unternehmen. Die tiefe Verwurzelung des Unternehmens auf dem Subkontinent ist der Grundstein für den Erfolg. Bereits 1922 eröffnete Bosch die erste Repräsentanz in Kalkutta für den Vertrieb von Kraftfahrzeugtechnik. Auch heute bietet der rasant wachsende Automarkt Indiens ein großes Potenzial für den führenden Automobilzulieferer im Land.

Wachstumsmotor für die ganze Region
Grundlegende Wirtschaftsreformen, die zunehmende Kaufkraft der Bevölkerung, ein großes Reservoir an jungen und hochqualifizierten Fachkräften sowie der Ausbau der Infrastruktur sind die wesentlichen Faktoren für den wachsenden Aufwärtstrend Indiens. Bosch profitiert von dieser Entwicklung, trägt aber auch selbst dazu bei. „Zwischen 2005 und 2008 investieren wir in Indien gut 325 Mio. Euro, bis 2010 kommen nochmals nahezu 170 Mio. Euro hinzu“, unterstreicht Dr. Bernd Bohr, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik der Bosch-Gruppe das Engagement seines Unternehmens. 2007 lag der Umsatz von Bosch in Indien bei 815 Mio. Euro. Für 2008 erwartet Bohr ein Umsatzwachstum von 30%. Das Land genießt einen hohen Stellenwert in der Gesamtstrategie von Bosch. „Indien ist ein Wachstumsmotor unseres Geschäfts in der Region Asien-Pazifik“, betont Bohr.

Den Bedürfnissen anpassen
Indien ist der viertgrößte Automarkt in Asien. Bis 2010 sollen 4,4 Mio. neue Wagen produziert werden. Anders als in Europa oder den USA handelt es sich dabei größtenteils um Low-Price-Vehicles, Automobile mit einem Nettopreis unter 7.000 Euro. Die dafür notwendige Technologie muss eigens entwickelt werden. Schon jetzt beschäftigt Bosch in Indien gut 3.000 einheimische Ingenieure – Tendenz steigend. Sie kennen den Markt im Land und erarbeiten Lösungen für lokale Bedürfnisse. Für den nur 1.700 Euro teuren „Nano“ von Tata fertigt Bosch eigene Benzinsysteme, elektronische Steuergeräte und Antiblockiersysteme, insgesamt 10% des gesamten Fahrzeugwertes. Auf die Einführung der Abgasnorm Euro 3 ab 2010 reagiert Bosch mit dem speziellen Common-Rail-System, einer elektronisch gesteuerten Direkteinspritzung für Dieselmotoren im unteren Preissegment. Auch sie wurde für den Nano umgebaut. 2010 sollen bereits 1,3 Mio. Systeme in den Werken Bangalore und Nashik gefertigt werden. „Fast alle Automobilhersteller in Indien haben angekündigt, Dieselautos mit Common-Rail-Technologie auf den Markt zu bringen“, so Bohr. Daneben ist der Unfallschutz eine der wesentlichen Herausforderungen für den indischen Automarkt. Obwohl man auf kostengünstige Lösungen Wert legt, werden hochentwickelte Technologien wie das von Bosch entwickelte Antiblockiersystem ABS und das elektronische Stabilitätsprogramm ESP passgerecht integriert. Um die Marke auf dem Subkontinent weiter zu etablieren, firmieren künftig alle indischen Tochtergesellschaften unter dem Namen Bosch. Und die Bosch India Foundation fördert Bildung, Gesundheit und karitative Projekte. All das ist für Bernd Bohr eine logische Konsequenz jahrzehntelangen Engagements: „Wir sind in diesem Land zuhause.“

Holger Garbs
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Kurzprofil: Robert Bosch GmbHGründungsjahr: 1886Branche: Kraftfahrzeugtechnik/IndustrietechnikUnternehmenssitz: StuttgartMitarbeiterzahl: 271.300Umsatz 2007: 46,3 Mrd. EuroInternet: www.bosch.de