Sympatex Technologies stellt Insolvenzantrag

Unternehmensinsolvenzen
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Die Sympatex Technologies GmbH hat beim Amtsgericht München einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Grund für diesen Schritt ist laut dem Gericht die eingetretene Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Axel W. Bierbach bestellt. Gleichzeitig wurde über das Vermögen der Muttergesellschaft Smart Solutions Holding gmbh ein Insolvenzantrag eingereicht. Als Gutachter für die Holding fungiert laut Kanzleiangaben Rechtsanwalt Oliver Schartl. Der operative Geschäftsbetrieb des Membranspezialisten läuft nach Angaben der Verwaltung uneingeschränkt weiter.

Kundenaufträge sollen wie geplant bearbeitet und Projekte planmäßig umgesetzt werden. Die Löhne der rund 70 Beschäftigten seien bis Ende März 2026 gesichert. Dies erfolgt über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit. Das Unternehmen produziert seit 1986 porenfreie Membranen für die Outdoor-Branche. Diese Technologie ist laut Firmenangaben komplett PFAS-frei. Ein strukturierter Investorenprozess soll die Zukunft sichern.

Sanierung und strategische Neuausrichtung

Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft derzeit sämtliche Optionen für eine Fortführung des Unternehmens. Laut Bierbach verfügt die Firma über eine technologisch starke Position im Markt. „Ziel des Verfahrens ist es, diese Substanz zu sichern“, erklärt der Sanierungsexperte. Die Insolvenz biete die Chance für einen Neustart ohne Altlasten. Geschäftsführerin Kim Scholze sieht die Ursache in schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. „Die Antragstellung ist das Ergebnis wirtschaftlicher Belastungen“, sagt die Managerin. Diese Belastungen konnten zuletzt nicht mehr durch das operative Geschäft ausgeglichen werden. Das Verfahren soll nun den notwendigen Rahmen für eine strukturierte Sanierung schaffen. Die Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen verfügt über Erfahrung in der Textilbranche. Dazu zählen frühere Verfahren bei Firmen wie Sportscheck GmbH oder Planet Sports GmbH. Auch die Escape Clothing GmbH wurde bereits von der Kanzlei betreut.

Juristische Aufarbeitung der Anleihe

Das Unternehmen steht zudem wegen früherer Geschäfte im Fokus der Justiz. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt laut Berichten seit 2023 gegen ehemalige Verantwortliche. Im Kern geht es um eine Anleihe über 13 Mio. EUR aus dem Jahr 2013. Ein Urteil des Landgerichts München I stellte im Oktober 2025 eine Täuschung von Anlegern fest. Ehemalige Eigentümer wie Stephan Goetz oder Stefan Sanktjohanser stehen unter Verdacht des Betrugs. Auch gegen den Berater Frank Günther von One Square Advisors wurde laut Gerichtsunterlagen ermittelt. Den Angeklagten wird vorgeworfen, die wirtschaftliche Lage damals unrichtig dargestellt zu haben. Wirtschaftliche Probleme zeigten sich nach einsehbaren Zahlen bereits in den Vorjahren.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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