Die staatlichen Investitionen in Deutschland sind zuletzt massiv gestiegen, während die Unternehmensinvestitionen im vierten Quartal 2025 einen deutlichen Rückschlag erlitten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 908 Mrd. EUR investiert. Davon entfielen 491 Mrd. EUR auf Unternehmen, 271 Mrd. EUR auf private Wohnbauten und 145 Mrd. EUR auf den Staat. Laut KfW Research sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025, doch für 2026 wird mit einer Konjunkturbelebung und einem Wachstum zwischen 1% und 1,2% gerechnet. Die Investitionen der Unternehmen gingen im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um 1,8% zurück. Verantwortlich hierfür war laut Dr. Philipp Scheuermeyer von der KfW ein Einbruch der privaten Ausrüstungsinvestitionen um 5,2%. Im gesamten Jahr 2025 verzeichnete dieser Sektor ein preis- und kalenderbereinigtes Minus von 0,9%. Damit liegen die Unternehmensinvestitionen rund 8% unter dem Niveau des Jahres 2019. Relativ zum BIP sind sie derzeit so niedrig wie zuletzt während der globalen Finanzkrise.
Positive Signale
Dennoch gibt es positive Signale bei den Frühindikatoren. Die Inlandsaufträge für den Maschinenbau haben sich im Jahr 2025 erholt. Auch die Investitionen in Wirtschaftsbauten legten im vierten Quartal um 1,5% zu, während Ausgaben für geistiges Eigentum um 1,1% stiegen. Als größte Hemmnisse für mittelständische Betriebe gelten laut einer Sonderbefragung zum KfW-Mittelstandspanel die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, hohe Kosten für Energie und Löhne sowie gesetzliche Vorgaben. Ein gegenteiliges Bild zeigt sich bei den staatlichen Ausgaben, die im vierten Quartal 2025 sprunghaft um 10% anstiegen. Im Gesamtjahr lag das Plus bei 7%. Haupttreiber dieser Entwicklung waren laut dem Chartbook die Rüstungsinvestitionen. Die öffentlichen Ausrüstungsinvestitionen, zu denen militärische Waffensysteme zählen, schossen im Schlussquartal um 38,4% in die Höhe.
Trendwende im Wohnungsbau
Dagegen kommen die Infrastrukturinvestitionen laut KfW Research nur langsam voran. Die staatlichen Bauinvestitionen legten im vierten Quartal zwar um 1,8% zu, stagnierten jedoch im Gesamtjahr nahezu mit einem Zuwachs von lediglich 0,1%. Nach der Verabschiedung des Bundeshaushalts und der Einrichtung des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität haben sich die investiven Ausgaben des Bundes jedoch deutlich erhöht. Für das Jahr 2026 plant der Bund investive Ausgaben in Höhe von 126,7 Mrd. EUR.
Die privaten Wohnbauinvestitionen haben nach einem langen Abwärtstrend wahrscheinlich ihre Talsohle durchschritten. Im vierten Quartal 2025 stiegen sie um 1,6% gegenüber dem Vorquartal. Zuvor waren sie infolge des Zinsanstiegs und hoher Kosten massiv eingebrochen und verzeichneten im Jahresdurchschnitt 2025 ein Minus von 1,8%. Die Indikatoren deuten laut der Untersuchung auf eine fortlaufende Erholung hin. So sind die Baugenehmigungen für neue Wohngebäude im Verlauf des Jahres 2025 deutlich gestiegen und lagen im Dezember um 15% über dem Vorjahreswert. Auch die Geschäfts- und Produktionserwartungen im Wohnungsbau befinden sich nach Angaben des ifo Instituts auf Erholungskurs.
Ausländische Investitionen nehmen zu
Ein deutliches Wachstum gab es bei den Investitionszuflüssen aus dem Ausland. Im Jahr 2025 flossen ausländische Direktinvestitionen im Umfang von 69,1 Mrd. EUR nach Deutschland. Dies entspricht einer Zunahme um 59% im Vergleich zum Vorjahr. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank sind diese Zahlen jedoch volatil und führen nicht zwingend zu einem Anstieg der realwirtschaftlichen Investitionen, da sie auch durch große Übernahmen beeinflusst werden können.







