Commerzbank_Veranstaltung
Auf dem Podium (V.l.n.r.): Hubertus Porschen, Stefan Winners, Holger Bingmann, Michael Reuther und Moderator Christian Sievers.

Unter dem Motto Neues Denken für die Wirtschaft stellte die Commerzbank in München die Studie Unternehmerperspektiven vor. Das Ergebnis: Für den Mittelstand gibt es viel zu tun.

Der Mittelstand steht vor großen Herausforderungen. Vor allem der technologische Wandel und Probleme mit der Nachfolge halten ihn auf Trab. Auch in diesem Jahr befragte die Commerzbank für ihre Studie Unternehmerperspektiven mehr als 2.000 mittelständische Unternehmen in ganz Deutschland. 325 Führungskräfte kamen aus Bayern. In der BMW-Welt in München präsentierte die Bank die Ergebnisse mit teils überraschenden und teilweise bedenklichen Ergebnissen: In den kommenden fünf Jahren müssen laut Studie 40 Prozent der bayerischen Unternehmen einen Führungswechsel meistern – vor allem aus Altersgründen oder der Gesundheit wegen. Acht Prozent der befragten Unternehmen sind jünger als zehn Jahre.


Die meisten Unternehmen befinden sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen in gesättigten Märkten. Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass die strategischen Anforderungen zunehmen und es in den kommenden Jahren zu disruptiven Veränderungen in den jeweiligen Branchen kommt. Den größten Bedarf sehen die Unternehmer bei der Qualifikation ihrer Mitarbeiter.

Viele offene Stellen

So hat alleine der Burda-Konzern momentan rund 1.000 offene Stellen, die es zu besetzen gilt. Dies sagte Burda-Vorstand Stefan Winners bei der Podiumsdiskussion. Beim Münchner Medienunternehmen ist er für das Digitalgeschäft verantwortlich. Angst und bange um den Mittelstand ist Hubertus Porschen, Geschäftsführer der App-Arena, zwar nicht. Allerdings würde die Anzahl der „Hidden Champions“ sinken und sich mittlerweile die Arbeitgeber bei potentiellen Mitarbeitern bewerben. Das Bildungssystem sei nicht auf die Anforderungen künftiger Berufsbilder eingestellt.

Um den technologischen Wandel nicht zu verpassen und auf dem neuesten Stand zu bleiben kann es helfen, dass sich Führungskräfte mit jungen Mitarbeitern zusammensetzen. So lässt sich etwa der für das Firmenkundengeschäft verantwortliche Vorstand der Commerzbank AG, Michael Reuther, regelmäßig für eine Stunde in seinem Büro von einer jungen, digital affinen Mitarbeiterin zu Trends und neuen Technologien coachen. Zusammen mit  Holger Bingmann, Geschäftsführer der Melo Group, komplettierte er das Podium bei der Veranstaltung.  Bingmann hat gelernt, dass sich das Führungsverhalten in den vergangenen Jahren gravierend geändert hat. Er war bereit loszulassen, einen Schritt zurückzutreten und sich lieber mal eine Stunde aufs Fahrrad zu setzen, um sich zu entspannen. Hat man die passenden Mitarbeiter kann dies sicherlich der richtige Weg sein.

Hier geht es zur Studie: https://www.unternehmerperspektiven.de