Die Rofu Kinderland Spielwarenhandels GmbH hat beim Amtsgericht Idar-Oberstein ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht gab diesem Antrag statt und ordnete ein vorläufiges Verfahren für das Unternehmen aus Hoppstädten-Weiersbach an. Nach Angaben des Händlers bleibt die Geschäftsführung um Michael Fuchs und Michael Edl weiterhin im Amt. Zur Unterstützung wurde Marcus Katholing von der Kanzlei Pluta als Chief Restructuring Officer berufen. Als vorläufige Sachwalterin bestellte das Gericht die Rechtsanwältin Annemarie Dhonau von der Kanzlei Schiebe und Collegen.
Ursachen der wirtschaftlichen Krise
Laut dem Unternehmen führten mehrere Faktoren zu der aktuellen finanziellen Schieflage. Dazu gehören nach Angaben der Firmenleitung ein schwaches Weihnachtsgeschäft sowie eine anhaltende Konsumzurückhaltung der Kunden. Zudem belasteten gestiegene Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette und ein intensiver Wettbewerb die wirtschaftliche Entwicklung. Das Geschäftsjahr 2024 war nach Berichten der Geschäftsführung bereits von einer schwachen Konsumstimmung in Deutschland geprägt. Der Umsatz sank laut Geschäftsbericht im Jahr 2024 um fast 9 Mio. EUR auf insgesamt 169 Mio. EUR. Im ersten Halbjahr 2025 setzte sich dieser Abwärtstrend weiter fort.
Fortführung des Geschäftsbetriebs
Der Geschäftsbetrieb in den insgesamt 104 Filialen sowie im Onlinehandel läuft nach Angaben des Unternehmens uneingeschränkt weiter. Betroffen von dem Verfahren sind rund 2.000 Mitarbeiter in sieben Bundesländern. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind laut Mitteilung für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert. Das Management betonte die Absicht zur Fortführung der Lieferantenbeziehungen. Mit dem Einkaufsverband Markant stehe man in engem Austausch zur weiteren Belieferung der Märkte. „In den vergangenen Monaten haben wir bereits ein Sanierungskonzept erarbeitet, um unser Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Diese Maßnahmen werden wir nun im Rahmen der Eigenverwaltung weiter umsetzen“, so Geschäftsführer Michael Fuchs.
Suche nach neuen Investoren
Parallel zum Sanierungsverfahren soll die Suche nach geeigneten Investoren fortgesetzt werden. Dieser Prozess wurde nach Angaben der Firmenleitung bereits vor dem Insolvenzantrag eingeleitet. „Mit einem neuen Investor wollen wir das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Marcus Katholing. Die Eigenverwaltung biete laut Katholing die Chance für eine beschleunigte Umsetzung operativer Maßnahmen. „Die Eigenverwaltung bietet die Chance, die notwendigen operativen Sanierungsmaßnahmen beschleunigt umzusetzen“, wird er in einer Mitteilung zitiert. Das Unternehmen wolle sich künftig stärker auf den stationären Handel mit einer Omnichannel-Verzahnung konzentrieren.
Bedeutung für den Spielwarenmarkt
Das Unternehmen gilt mit einem Nettoumsatz von zuletzt rund 175 Mio. EUR als Nummer vier im deutschen Spielwarenhandel. Die Kette ist vor allem im Südwesten Deutschlands mit Standorten in Städten wie Trier, Kaiserslautern oder Bitburg stark vertreten. Ob im Zuge der Sanierung Filialschließungen notwendig werden, ist laut Presseberichten derzeit noch offen. Auch Gespräche mit Vermietern über mögliche Vertragsanpassungen stehen nach Angaben von Branchenexperten nun an. Das Verfahren dient dem Ziel, die Spielwarenkette wirtschaftlich zu stabilisieren und langfristig am Markt zu erhalten. Die vorläufige Sachwalterin Annemarie Dhonau überwacht dabei die Wahrung der Gläubigerinteressen. Die kommenden Wochen werden laut Geschäftsführung über die zukünftige Ausrichtung entscheiden.
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