Transfermarkt der Mittelstands-Manager

Weiter auf Durchzug: Viele Manager unterschätzen die Anforderungen eines Familienunternehmens.
Weiter auf Durchzug: Viele Manager unterschätzen die Anforderungen eines Familienunternehmens.

Viele Topmanager im Mittelstand sind bereit das Team zu wechseln. Ein Drittel von ihnen ist sogar schon auf der nach einem neuen Arbeitsplatz. Häufiger Grund sind falsche Vorstellungen von der Arbeitsweise in mittelständischen und inhabergeführten Unternehmen, wie eine der Personalberatung InterSearch zeigt.

Neben dem bereits suchenden Drittel sind weitere 40% offen für neue Angebote und 18% konkret auf der Suche. Das zeigt die Studie „Jobwechsel im Topmanagement“ von InterSearch Executive Consultants, bei der 150 Vorstände, Geschäftsführer und Bereichsleiter online befragt wurden. Viele Bewerber sind vom speziellen Klima in mittelständischen Unternehmen überrascht. Und das, obwohl sich laut der Studie Manager bei mittelgroßen Unternehmen ihre Firma bewusst ausgesucht haben. „Die Kandidaten unterschätzen häufig, wie wichtig der persönliche Draht in mittelgroßen und vor allem inhabergeführten Unternehmen ist. Ein guter Kontakt zum Inhaber ist zwingende Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere“, so Thomas Bockholdt, Geschäftsführender Gesellschafter der auf den Mittelstand spezialisierten Personalberatung InterSearch Executive Consultants.

Wie wichtig die persönliche Chemie zwischen leitendem Angestellten und Inhaber bei Familienunternehmen ist, weiß auch Stefan Heidbreder von der Stiftung Familienunternehmen: „Allein größenbedingt läuft bei Familienunternehmer alles viel persönlicher, Ownership und Mitarbeiter sind bei weitem nicht so entkoppelt wie bei einem Großkonzern. Darauf muss man sich natürlich auch einlassen“, so der Geschäftsführer der Stiftung kürzlich im Interview mit der Unternehmeredition.

Auch die Studie besagt, dass sich Manager in manchen Fällen mit ihren Unternehmenschefs in die Haare kriegen. Laut Bockholdt sollte ein Manager im Mittelstand mit seinem Unternehmenschef auf einer Wellenlänge sein. Da sich der Chef in der Regel zudem immer einmische, helfe auch ein Bereichswechsel wenig.

Auch das Unternehmen leidet unter der Trennung von einem Manager. Somit können hohe Kosten für die Neubesetzung entstehen oder eine mangelnde strategische Kontinuität die Firma belasten. In einer älteren Studie zur Personalberatung gaben 42% der befragten Unternehmen an, dass eine erfolgreiche Rekrutierung bei ihnen ein halbes Jahr oder länger dauert. Nur 12% schafften es in weniger als drei Monaten, einen geeigneten Bewerber zu finden. In der Anfangsphase sollten sich Kandidat und Unternehmen aufeinander einlassen um eine lange und erfolgreiche Zusammenarbeit zu ermöglichen. www.intersearch-executive.de