Süßes am Fließband: Die Gesellschafter von Coppenrath & Wiese wollen ihre Anteile verkaufen.
Süßes am Fließband: Die Gesellschafter von Coppenrath & Wiese wollen ihre Anteile verkaufen.

Das Osnabrücker Traditionsunternehmen Coppenrath & Wiese steht offenbar zum Verkauf: Der Gesellschafterkreis gab diese Woche bekannt, einen kleinen Kreis von Investoren anzusprechen. Interessiert ist unter anderem der Oetker-Konzern.

Es ist ein Kampf wie David gegen Goliath, den der Kleine vorerst für sich entschied: Bereits vor einigen Jahren hatte sich der Oetker-Konzern, europäischer Marktführer bei Tiefkühlpizzen, mit Tiefkühltorten versucht. Doch die Gütersloher mussten sich Coppenrath & Wiese geschlagen geben. 400 Mio. Euro setzen die Osnabrücker jedes Jahr mit tiefgekühlten Desserts und Backwerk um, 2.200 Mitarbeiter weltweit erwirtschaften den Gewinn. Nicht viel, gemessen an den knapp 2,6 Mrd. Euro, die der Oetker-Konzern mit seiner Nahrungsmittelsparte umsetzt. Doch so erfolgreich, dass Oetker den Geschäftsbereich nicht weiter verfolgte. Diese Woche wurde bekannt, dass die Gesellschafter von Coppenrath ihre Anteile verkaufen wollen. Und interessiert ist unter anderem – die Oetker-Gruppe.

Bei der Vorstellung der Konzernbilanz letzte Woche wird Richard Oetker mit den Worten zitiert, dass Akquisitionen aufgrund der guten Rücklagen nicht ausgeschlossen seien. Und Coppenrath & Wiese sei schon allein geografisch sehr nah an den Güterslohern dran. Allerdings würde der Kauf von Coppenrath & Wiese der derzeitigen Wachstumsstrategie des Oetker-Konzerns widersprechen. Dennoch will die Gruppe eine Kaufoption genau prüfen.

Interessiert sind auch noch andere: Laut FAZ der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé sowie zwei Finanzinvestoren. Wichtig beim Verkauf sei der Eigentümerfamilie der Erhalt der Arbeitsplätze, hieß es.