Lebensmittel werden zunehmend online gekauft

Zuhause informieren, im Laden kaufen: Was für viele Branchen des Einzelhandels schon lange gilt, ergreift nun auch die Lebensmittelbranche.

Viele Zweige des klassischen Einzelhandels müssen schon lange mit der Konkurrenz aus dem Internet leben: Schuhgeschäfte, Buchläden, Elektronikfachhändler. Doch was diesen Branchen an Umdenken und kreativen Vertriebswegen abverlangt wird, könnte bald auch für die letzte Bastion des stationären Einzelhandels gelten: Den Verkauf von Lebensmitteln.

Das jedenfalls prognostiziert die Studie „Cross Channel – Revolution im Lebensmittelhandel“ von Ernst & Young. 2013 gaben die Deutschen gerade mal 0,5 Mrd. EUR für Lebensmittel über das Internet aus – bei 175 Mrd. EUR, die insgesamt für Nahrungsmittel draufgingen. Das entspricht einem Marktanteil von 0,3%. Der werde bis 2020 steigen, so EY. Bis dahin soll der Marktanteil von online erworbenen Lebensmitteln bei 10% liegen, knapp 20 Mrd. EUR pro Jahr.

Auch der Anteil der sog. „Cross-Channel-Kunden“ soll bis 2020 deutlich steigen. So bezeichnet EY Kunden, die sich vorab online über Produkte informieren und sie dann im Ladengeschäft kaufen. Im Lebensmittelhandel macht der Anteil dieser Kunden derzeit 6% aus. 2020 sollen es gute 20% sein. Insgesamt soll das Online-Marktvolumen 2020 60 Mrd. EUR betragen.

EY sieht die deutsche Lebensmittelbranche aber gut aufgestellt, um dieser Herausforderung zu begegnen. Die Anbieter arbeiteten mit Hochdruck an attraktiven Online-Angeboten und der Verzahnung des stationären Handels mit der Online-Sparte.  Vor allem Familien und ältere Menschen werden die Online-Angebote verstärkt nutzen.

Es werden aber nicht die „Neuen Player“ sein, die nun auf den Lebensmittelmarkt drängen und ausschließlich Geschäfte online machen, die am meisten vom Online-Boom profitieren werden. IM Vorteil sieht EY eher die etablierten Lebensmittelketten, denn bei ihnen kennen die Kunden Produkte und Marken und wissen genau, was sie erwartet. Anders als in der Buch- oder der Elektronikbranche hätten im Lebensmittelbereich die etablierten Händler eine bessere Ausgangslage. Lebensmitteleinkauf bleibt eben doch Vertrauenssache.

Die Studie von Ernst & Young finden Sie hier: EY-Cross-Channel-Die-Revolution-im-Lebensmittelhandel.

Vorheriger Artikel„Wir erwarten positive, jedoch volatilere Aktienmärkte“
Nächster ArtikelUnternehmensnachfolge