Immer weniger deutsche Investoren im MDAX

Wirtschaftstandort Deutschland: Vor allem ausländische Investoren finden ihn interessant.
Wirtschaftstandort Deutschland: Vor allem ausländische Investoren finden ihn interessant.

Deutsche institutionelle Investoren ziehen sich immer weiter aus dem börsennotierten deutschen Mittelstand zurück. Vor allem Nordeuropäer wissen die Vorzüge deutscher Unternehmen zu schätzen. Das ist Ergebnis einer Studie der cometis AG und dem Investor Relations-Datenbankanbieter Ipreo Ltd.

Laut der Studie „Wem gehört der börsennotierte Mittelstand? Update 2015“ lagen gegen Ende des dritten Quartals 2014 nur 17 Prozent des institutionell gehaltenen Streubesitzes von MDAX-Unternehmen in der Hand deutscher Investoren. Stabil blieb deren Anteil bei SDAX-Unternehmen (23 Prozent). Große Verlierer sind weiterhin deutsche Technologieunternehmen: Bei ihnen fiel der Rückgang am stärksten aus. Mit 26 Prozent liegen deutsche Institutionelle hier nun hinter nordamerikanischen (30 Prozent).

Überhaupt sind angelsächsische Investoren die aktivsten auf dem deutschen Markt. Bei MDAX- und SDAX-Unternehmen liegen sie an erster Stelle, deutsche Institutionelle sind auf Platz drei. Größter Investor im MDAX ist der amerikanische Capital World Investor. Nimmt man MDAX-, SDAX-und TecDAX-Werte zusammen, ist hingegen der norwegische Staat größter Anteilseigner. Er hält knapp 3,9 Mrd. Euro in deutschen Unternehmen.

Doch der börsennotierte Mittelstand scheint seine breite Aktionärsstruktur nicht richtig zu kennen. Gerade Small- und Midcaps könnten ihre Aktionärsbasis noch zielgerichteter ansprechen, so Michael Diegelmann vom IR-Spezialisten cometis aus Frankfurt. Roadshows sollten effizienter durchgeführt, der Investment Style genau analysiert werden. Dass sich der Aufwand lohnt, steht für Diegelmann außer Frage: „Die beeindruckende internationale Diversifikation der Aktionärsstruktur im deutschen Mittelstand beweist das weltweit hohe Interesse des Kapitalmarkts an den hiesigen Unternehmen.“ www.cometis.de

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