Deutsche Familienunternehmen blicken optimistisch auf das kommende Geschäftsjahr.  Das ist das Ergebnis des fünften „Family Business Barometer“ von KPMG, für das in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Verband der Familienunternehmen (EFB) und dem Verband DIE FAMILIENUNTERNEHMER im Sommer 2016 europaweit knapp 1000 Familienunternehmen befragt wurden – 142 davon in Deutschland. So sehen zwei von drei Unternehmern den kommenden zwölf Monaten positiv oder sogar sehr positiv entgegen. Die europäischen Wettbewerber zeigen sich sogar noch etwas zuversichtlicher.

Brexit-Votum dämpft den Optimismus vorerst nicht

„Der Optimismus unter den deutschen Familienunternehmen ist weiterhin hoch. Wie schon im vergangenen Jahr blickt die überwiegende Mehrheit zuversichtlich in die Zukunft“, sagt Dr. Vera-Carina Elter, Bereichsvorstand Familienunternehmen bei KPMG in Deutschland. Daran hat allem Anschein nach auch der Brexit bislang kaum etwas geändert. Über ein Drittel der befragten Unternehmen hat erst nach dem Votum der Briten am Family Business Barometer teilgenommen.

Steigende Lohnkosten als größte Sorge

Lutz Goebel, Präsident von Die Familienunternehmer, ergänzt: „Die größten Sorgen machen sich die Befragten aber um die hierzulande steigenden Lohnkosten, gerade im Vergleich zum Vorjahr.“ Mittlerweile sieht mehr als jeder zweite familiengeführte Betrieb hierin die größte Herausforderung für die Zukunft. Für Goebel ein Stimmungswert mit Botschaft: „Dies ist ein deutliches Signal an die Tarifpartner.“ An zweiter Stelle auf der Sorgen-Rangliste steht die Suche nach qualifiziertem Personal (41 Prozent), gefolgt von politischer Unsicherheiten.

Familienunternehmen 4.0

Im Family Business Barometer wurden in diesem Jahr auch die Erwartungen und Herausforderungen untersucht, die deutsche Familienunternehmen mit der digitalen Transformation verknüpfen. Das Ergebnis: „Die deutschen Familienunternehmen gehen mit der Digitalisierung durchaus selbstbewusst um“, sagt Goebel. „60 Prozent der Befragten sehen in ihrem Haus eine hohe Kompetenz für die digitalen Veränderungen in ihrem Unternehmen.“ Fast jeder Zweite (46 Prozent) sieht das eigene Unternehmen zudem als proaktiven und gestaltenden Vorreiter, wenn es darum geht, die Prozesse vor dem Hintergrund der Digitalisierung umzugestalten. „Kurz gesagt: Deutschlands Familienunternehmen können digitalisieren, wenn sie denn wollen. Aber viele glauben, dass sie es derzeit noch gar nicht müssen“, sagt Dr. Elter.

Über das Family Business Barometer

An der Umfrage beteiligten sich im Sommer 2016 insgesamt 959 Familienunternehmen aus 23 europäischen Ländern. Seit 2013 erscheint das Family Business Barometer nunmehr zum fünften Mal – eine Zusammenarbeit vom Europäischen Verband der Familienunternehmen, der European Family Businesses, sowie KPMG. In Deutschland befragte der Verband Die Familienunternehmer seine Mitglieder. Für die Auswertung der deutschen Kernergebnisse wurden die Aussagen von insgesamt 142 in Deutschland ansässigen Unternehmen ausgewertet.

Für weitere Informationen: https://home.kpmg.com/de/de/home/themen/2016/09/5-european-family-business-barometer-2016.html