Ein gewohntes Bild auf deutschen Straßen: Carsharing ist hier weit verbreitet (© fotolia/RAM)
Ein gewohntes Bild auf deutschen Straßen: Carsharing ist hier weit verbreitet.

Es ist ein Trend, der Autoherstellern das Fürchten lehren könnte: Carsharing. Doch eine Studie der Boston Consulting Group gibt Entwarnung.

Im Rahmen der Share Economy greifen immer weniger Leute zum eigenen Auto, sondern mieten es sich stundenweise – entweder von Privatpersonen oder professionellen Anbietern. Carsharing lautet der eingedeutschte Terminus. Den Herstellern gingen wichtige Absatzmärkte verloren, die Wertschöpfung verändere sich dramatisch – so die allgemeine Befürchtung. „Diese Entwicklung stellt aber keine Gefahr für den Neuwagenabsatz da. Ein eigenes Auto zu besitzen wird die Norm bleiben“, so Marco Gerrits von der Boston Consulting Group (BCG). Bis 2021 werden gerade mal 1,3 Prozent der europäischen Autofahrer auf einen Neuwagen verzichten und stattdessen Carsharing in Anspruch nehmen, wie eine Studie seines Hauses herausgefunden haben will.

Carsharing wächst und wächst

Das Wachstum des Carsharing-Marktes ist jedoch beträchtlich. 2015 wurden laut Studie weltweit 90.000 Fahrzeuge zum Carsharing genutzt. Die meisten Fahrzeuge gibt es in Asien, wo auf 2,3 Mio. Nutzer 33.000 Fahrzeuge kommen. Gemessen an der Bevölkerungsdichte ist Carsharing allerdings in Europa am stärksten verbreitet. Hier kommen auf 2,1 Mio. Nutzer 31.000 Fahrzeuge. In Nordamerika teilen sich 1,5 Mio. Fahrer insgesamt 22.000 Fahrzeuge.

Überraschend: Vor allem in der Autonation Deutschland sind Autofahrer vom Carsharing begeistert. Innerhalb Europas ist es der größte Markt. 140 Anbieter in 490 Städten bieten mittlerweile mehr als 15.000 Fahrzeuge zum Mieten und Teilen an – knapp die Hälfte des europäischen Gesamtmarktes. Allein in Berlin kurven 2.900 Carsharing-Fahrzeige durch die Stadt. Insgesamt gibt es mittlerweile über eine Mio. registrierte Nutzer in Deutschland. Und damit nicht genug: Bis 2021 gehen die Autoren der Studie von zwei Mio. Nutzern allein in Deutschland aus, weltweit sollen es dann etwa 35 Mio. sein. Den globalen Gesamtumsatz schätzen die Berater bis dahin auf 4,7 Mrd. Euro. Die Kosten für das professionelle Betreiben von Carsharing sind aber auch beträchtlich: Schon bei einer Auslastung von 15 Prozent muss ein Fahrzeug nach zwölf Monaten ausgetauscht werden, so die Studie. www.bcg.de

Die Studie finden Sie hier.