
Am 2. Februar fiel mit der Eröffnung des Technologiecampus in Neustadt/Wied-Rahms (Rheinland-Pfalz) der Startschuss für eines der größten Infrastrukturprojekte Deutschlands: das Verlegen von 33.000 Kilometern Glasfaserkabel entlang des deutschen Schienennetzes. Federführend für dieses Projekt ist die Netz 33 GmbH, eine Tochtergesellschaft der Niedax Group. Die ist einer der weltweit führenden Anbieter von Kabelverlegesystemen, ein Familienunternehmen aus Linz am Rhein, das zum zweiten Mal in Folge einen Jahresumsatz von 1 Mrd. EUR erreicht hat.
Eine historische Draisine aus der Prignitz hat der Geschäftsführer der Deutschen Eisenbahn Service und Anlagen GmbH, Dr. Ralf Böhme als Geschenk zur Eröffnung des Technologie-Campus und Experience Center „Synnoscape“ der Niedax GmbH im rheinland-pfälzischen Rahms aufgestellt. Sie steht auf einem extra gebauten Stück Gleisbett, das die Zeitenwende in der deutschen Infrastruktur darstellt. Neben den Gleisen verlaufen in Kabelschächten Glasfaserkabel, die das Schienennetz in Deutschland digital machen soll. Vor Sabotageakten soll eine Technologie des Böblinger Unternehmens AP Sensing schützen.
Kanzlerbesuch zur Eröffnung

Vom Standort Rahms aus sollen künftig Infrastrukturprojekte in Deutschland und Europa initiiert und gesteuert werden. Auf einem Gelände von über 100.000 Quadratmetern ist der Niedax- Technologiecampus als langfristig wachsender Innovationsstandort konzipiert. Hier werden Infrastrukturlösungen entwickelt, getestet und gemeinsam mit Partnern weitergedacht. Herzstück des Campus ist das Experience-Center Synnoscape. „Hier haben wir einen Ort geschaffen, an dem moderne Infrastruktur greifbar und erlebbar wird. Gemeinsam mit Partnerunternehmen verknüpfen wir hochwertige, innovative Lösungen, die es für eine sichere, resiliente und zukunftsfähige digitale Infrastruktur braucht. Dieses gebündelte, interdisziplinäre Know-how ist einzigartig in Deutschland“, so der CEO der Niedax-Group, Bruno Reufels. Der familiengeführte Mittelstand als Treiber von Innovation und Digitalisierung in Deutschland – das war dann auch der Grund, weshalb Bundeskanzler Friedrich Merz und sein Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) höchstpersönlich zur Eröffnung kamen. „Niedax schafft in einem Mikrokosmos das, was wir auf nationaler Ebene in einem Makrokosmos schaffen müssen“, so Merz.
Datenzentren im Fokus
Neben dem Aufbau des Glasfasernetzes entlang der Bahnschiene will Niedax mit weiteren Partnern die Entwicklung kleinerer und mittelgroßer Datenzentren als „Herz und Hirn“ der digitalen Infrastruktur vorantreiben. Die Themenfelder im Synnoscape reichen von Erneuerbaren Energien und Glasfaser- sowie Netzinfrastrukturen, Datencenter, Sicherheits- und Notstromsystemen bis hin zur digitalen Schiene und KI-gestützten Technologien, die im Technologiecenter als auch Außenbereich sichtbar werden.
Starke Partnerschaften: Von Ostdeutschland bis Global Player
Die Partnerunternehmen bringen ihre jeweilige Expertise ein. Was positiv auffällt, ist, dass mit der Deutschen Eisenbahn Service und Anlagen GmbH (DESAG), der GIG Unternehmensgruppe und der Notus energy GmbH, die Windkraft, Solar und Batteriespeicheranlagen plant und errichtet, drei der erfolgreichsten Gründungen von Ostdeutschen in den letzten drei Jahrzehnten mit an Bord sind. Ergänzt wird dieses Netzwerk durch namhafte Akteure wie Media Broadcast Satellite, die MSG Systems AG, AP Sensing sowie den US-Glasfaserspezialisten Corning Inc.
Zeitenwende in Rahms: Produktion und neue Arbeitsplätze
Niedax selbst plant perspektivisch auf den angrenzenden Flächen den Bau einer Produktionsstätte für Glasfaser- Kabelkanäle, bis zu 500 neue Arbeitsplätze sollen hier geschaffen werden. Für den Standort Rahms ist es eine Zeitenwende: das Technologiezentrum wurde nicht neu gebaut, sondern war früher der Firmensitz des Sandalenherstellers Birkenstock.




