Im Kriminalinsolvenzverfahren der Euro Grundinvest AG ist ein bedeutender Durchbruch bei der Massegenerierung gelungen. Nach Angaben von Rechtsanwalt Rolf Pohlmann, Insolvenzverwalter der Gesellschaft, konnte ein Zahlungsanspruch in Höhe von 3,3 Mio. EUR erfolgreich durchgesetzt werden. Auf dieser Basis wurde bereits eine erste Abschlagsverteilung von 2 Mio. EUR an die geschädigten Anleger vorgenommen. Dies entspricht laut der Kanzlei Pohlmann Hofmann einer Quote von rund 15 % auf die zur Tabelle festgestellten Forderungen, die sich auf insgesamt 13,86 Mio. EUR belaufen.
Die Euro Grundinvest AG war Teil einer Gruppe von rund 70 Unternehmen, die in ein komplexes Betrugssystem eingebunden waren. Über tausend Anleger wurden durch dieses Konstrukt geschädigt, wobei das System nach ersten Strafanzeigen im Jahr 2014 aufflog. Der Haupttäter Malte H. wurde bereits zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Bei den Gläubigern handelt es sich fast ausschließlich um Anleger, die über Genussrechtsbeteiligungen investiert hatten.
Komplexe internationale Ermittlungen
Die Sicherung der Insolvenzmasse gestaltet sich laut Pohlmann als überaus schwierig. Die Strukturen und Transaktionen seien darauf ausgerichtet gewesen, Vermögensflüsse nach Art der Geldwäsche zu verschleiern. Um die Gelder zurückzugewinnen, mussten etliche gerichtliche Verfahren im Ausland betrieben werden, unter anderem in der Schweiz, auf Curaçao, in den USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Da in der Masse keine Mittel für Prozesse vorhanden waren, erfolgte die Durchsetzung im Rahmen einer Prozessfinanzierung. „Ohne die Finanzierungszusage wäre es nicht möglich gewesen, diesen Anspruch in Millionenhöhe erfolgreich zur Masse zu ziehen. Der Fall war komplex und keinesfalls als Selbstläufer zu bezeichnen“, so Pohlmann.
Ausblick auf weitere Ausschüttungen
Der Insolvenzverwalter verfolgt weiterhin intensiv zusätzliche Ansprüche zur Massegenerierung. Insbesondere laufen noch Verfahren im Ausland, in denen bereits erhebliche Vermögenswerte gesichert wurden. Die Höhe weiterer Ausschüttungen hängt laut Pohlmann vom Ausgang dieser komplexen internationalen Sachverhalte ab. „Für die geschädigten Anleger ist dies ein wichtiger erster Erfolg. Die Quote zeigt, dass sich der jahrelange Kampf um die Durchsetzung der Ansprüche gelohnt hat“, betont Pohlmann.







