Kaufpreise europäischer KMU fallen auf niedrigsten Wert seit 2017

Der Argos Index® ist im dritten Quartal 2025 um 5,4 % gefallen. So tief stand der Index seit Anfang 2017 nicht mehr.
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Der Argos Index® ist im dritten Quartal 2025 um 5,4 % gefallen. So tief stand der Index seit Anfang 2017 nicht mehr. Die Bewertungen gingen in allen Segmenten des Mid-Markets zurück.

Aktuelle Ergebnisse des Argos Index® Mid Market

Die unabhängige europäische Investmentgesellschaft Argos Wityu und die Onlineplattform Epsilon Research veröffentlichen heute den aktuellen Argos Index® Mid Market. Er verfolgt seit 2004 die Bewertungen nicht-börsennotierter Mittelständler in der Eurozone, an denen in den jeweils zurückliegenden sechs Monaten eine Mehrheit übernommen wurde.

Multiples sinken trotz solider Fundamentaldaten

„Im dritten Quartal 2025 sind die Multiples bei Übernahmen europäischer KMU nochmal deutlich gefallen, auf das jetzt 8,7-fache des EBITDA – den niedrigsten Stand seit dem ersten Quartal 2017. Und das trotz solider Fundamentaldaten. Vor allem die steigenden langfristigen Zinsen und höhere Laufzeitprämien haben Druck auf die Bewertungen ausgeübt. Zu Spannungen im Markt führten auch Unsicherheiten in Bezug auf Wachstum und geopolitische und fiskalische Risiken. Dazu kommt, dass sich im Euroraum, vor allem in Deutschland, die Kreditbedingungen verschärft haben, was den Einsatz von Fremdkapital eingeschränkt hat. Nach vorne blickend gibt es jedoch auch Grund für Optimismus: die Anzahl der Transaktionen stabilisiert sich, und wir sehen mehr und mehr Opportunitäten im Markt“, sagt Frank Hermann, Managing Partner von Argos.

Finanzinvestoren und strategische Käufer zahlen weniger

Die Kaufpreise für nicht-börsennotierte europäische KMU fielen in Q3 deutlich (-5,4 %) auf 8,7x EBITDA – der niedrigste Stand seit mehr als acht Jahren (Anfang 2017). Sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Käufer zahlten weniger. Die von Finanzinvestoren gezahlten Multiples fielen im dritten Quartal im Schnitt um 10 % auf das 9-fache des EBITDA, die strategischer Käufer auf 7,7x EBITDA – ein historisch niedriges Niveau. Die Zahl der Private-Equity-Exits stieg um 12,5 %. Das veranlasste Verkäufer dazu, ihre Preisvorstellungen anzupassen und trug zu einer Verringerung der Bid-Ask-Spanne bei. Die Entwicklung deutet auf eine stärkere Annäherung zwischen Käufern und Verkäufern hin.

Mehr Transaktionen mit sehr niedrigen Multiples

Im dritten Quartal 2025 stieg der Anteil der Transaktionen, die zu extrem niedrigen Multiples von weniger als dem 7-fachen EBITDA durchgeführt wurden, auf 28 %. Gleichzeitig sank der Anteil der Transaktionen mit Multiples von mehr als dem 15-fachen EBITDA auf ein Tief von 7 %.

Stabile, aber zurückhaltende Mid-Market-Aktivität

Der Mid-Market-M&A-Markt der Eurozone begann sich im zweiten Quartal 2025 zu erholen und stabilisierte sich im dritten Quartal. In den ersten neun Monaten des Jahres blieb die Mid-Market-M&A-Aktivität in der Eurozone im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024 stabil. Sie lag 20 % über dem Durchschnittsniveau der Jahre 2020 bis 2023. Europa hinkt jedoch der weltweiten allmählichen Erholung der M&A-Aktivitäten hinterher.

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