Neue Torgauer Maler GmbH kämpft um Sanierung

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Das Insolvenzverfahren der Neue Torgauer Maler GmbH ist am 1. Februar 2026 eröffnet worden. Als Insolvenzverwalter fungiert Rechtsanwalt Christoph Rothämel von der Kanzlei Schultze & Braun. Nach Angaben des Insolvenzverwalters laufen die Sanierungsbestrebungen für den Handwerksbetrieb weiter. Ziel bleibt der Erhalt des Unternehmens sowie der knapp 15 Arbeitsplätze in Torgau. Laut Christoph Rothämel soll dem Betrieb eine langfristig wirtschaftlich gangbare Zukunft ermöglicht werden. Gemeinsam mit Geschäftsführer David Klein informierte er die Belegschaft über die nächsten Schritte.

Ursachen der wirtschaftlichen Krise

Die Neue Torgauer Maler GmbH wurde im Mai 2025 zur Übernahme eines bestehenden Handwerksbetriebs gegründet. Das Unternehmen spezialisierte sich auf Malerarbeiten und Fassadengestaltung für gewerbliche und private Kunden. Laut dem Insolvenzverwalter führten unvorhersehbare Umsatzrückgänge in die finanzielle Schieflage. Ein wesentlicher Grund war der Zahlungsausfall einer Auftraggeberin. Zudem zog sich ein größerer Auftraggeber überraschend zurück. Die entstandene Liquiditätslücke konnte die Gesellschaft nicht aus eigener Kraft schließen. Infolgedessen wurde am 22. November 2025 der Insolvenzantrag gestellt.

Fortführung des Geschäftsbetriebs

Der Geschäftsbetrieb läuft im eröffneten Verfahren uneingeschränkt weiter. Nach Angaben der Kanzlei Schultze & Braun sind Kapazitäten für neue Aufträge vorhanden. Laut dem Insolvenzverwalter schätzen die Kunden die Qualität des Handwerks und das Know-how der Mitarbeitenden. Trotz der Wirtschaftskrise gelang es dem Unternehmen zuletzt, neue Kunden zu gewinnen. „Wir laden alle recht herzlich ein, sich mit Aufträgen an uns zu wenden“, erklärte Christoph Rothämel. Neue Aufträge werden laut dem Verwalter zeitnah und in gewohnter Qualität umgesetzt. Das Team steht für Fragen zum Ablauf des Verfahrens zur Verfügung.

Suche nach einem Investor

Für die dauerhafte Sanierung ist der Einstieg eines Investors zwingend erforderlich. Laut Christoph Rothämel lassen sich die erheblichen Umsatzrückgänge ohne externes Kapital nicht kompensieren. Der Investorenprozess steht allen Interessenten offen. Ein wichtiger Faktor ist die Überbrückung der Schlechtwetterzeit bis Mai. Falls dies gelingt, zeigt sich der Verwalter vorsichtig optimistisch für eine Zukunftslösung. „Fakt ist aber auch: Der Einstieg eines Investors ist zwingend notwendig, um das Unternehmen fortführen zu können“, betonte er.

Perspektiven für Belegschaft

Die Zusammenarbeit zwischen Insolvenzverwalter, Geschäftsführung und Belegschaft wird als eng beschrieben. Laut Christoph Rothämel zeigt die Belegschaft großen Einsatz in dieser herausfordernden Situation. Ohne eine zeitnahe Investorenlösung droht jedoch das kontrollierte Herunterfahren des Betriebs. Dieser Schritt dient laut der Kanzlei dazu, die Verluste für die Gläubiger zu minimieren. Der Schutz der Insolvenzmasse gehört zu den rechtlichen Pflichten des Verwalters. Aktuell wird jedoch weiterhin intensiv an einer Fortführungslösung gearbeitet.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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