Das deutsche Handwerk befindet sich derzeit in einer schwierigen Phase. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform kämpfen viele Betriebe mit fehlenden Aufträgen und hohen Kosten. Die Stimmung in der Branche hat sich laut der aktuellen Studie nur geringfügig verbessert. Nur etwa die Hälfte der Unternehmen bewertet die eigene Geschäftslage als positiv. Patrik-Ludwig Hantzsch von der Wirtschaftsforschung erklärt dazu: „Ohne schuldenfinanzierte Impulse wäre Deutschland 2025 erneut in die Rezession gerutscht“.
Umsatzentwicklung und wirtschaftlicher Druck
In den vergangenen Monaten waren vor allem rückläufige Umsätze zu beobachten. Ungefähr ein Viertel der Betriebe musste Einbußen hinnehmen. Laut der Analyse von Creditreform konnten nur wenige Unternehmen ihre Erlöse steigern. Besonders betroffen sind das Dienstleistungshandwerk und das Nahrungsmittelhandwerk. Hier sind die Aufträge teilweise massiv eingebrochen. Im Gegensatz dazu zeigt sich im Bauhandwerk eine leichte Stabilisierung. Dennoch bleibt das allgemeine Niveau der Geschäftstätigkeit weiterhin niedrig.
Anstieg der Insolvenzen
Die wirtschaftliche Schwäche spiegelt sich deutlich in den Insolvenzzahlen wider. Im Jahr 2025 stiegen die Pleiten im Handwerk spürbar an. Damit erreichte die Zahl der Insolvenzen den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt. Laut Hantzsch laufen den Betrieben die Kosten für Energie und Löhne davon. Viele Unternehmen verfügen nicht über ausreichende finanzielle Reserven. Dies führt dazu, dass Betriebe schnell in eine existenzielle Schieflage geraten. Besonders kleine Firmen sind durch den Kostendruck gefährdet.
Die finanzielle Ausstattung vieler Handwerksbetriebe gilt als besorgniserregend. Ein erheblicher Teil der Unternehmen weist eine sehr niedrige Eigenkapitalquote auf. Laut der Studie von Creditreform liegt diese oft unter einem Zehntel. Dies betrifft verstärkt das Baugewerbe und das Nahrungsmittelhandwerk. Hantzsch betont, dass Eigenkapital das entscheidende Sicherheitsnetz für Handwerker sei. Wer seine Ertragskraft nicht stärkt, bleibe abhängig von externen Geldgebern. Die Abhängigkeit von Banken erschwert die langfristige Planung zusätzlich.
Krise der Unternehmensnachfolge
Ein wachsendes Problem stellt die Regelung der Nachfolge dar. Die klassische Übergabe innerhalb der Familie verliert immer mehr an Bedeutung. Nach Angaben von Creditreform kommt dies nur noch für etwa die Hälfte der Betriebe infrage. Auch externe Lösungen wie der Verkauf an Mitarbeiter sind schwer umzusetzen. In der Folge drohen immer mehr Betriebsschließungen. Ungefähr jeder sechste Inhaber zieht mittlerweile eine Stilllegung seines Betriebes in Betracht. Vor einigen Jahren war dieser Anteil noch deutlich geringer.
Politische Rahmenbedingungen und Ausblick
Neben finanziellen Sorgen belastet der Mangel an Personal die Branche. 







