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Das Geschäftsklima der Mittelständler ist weiterhin im freien Fall: Es sinkt nach Erhebung des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers im April um 26,0 Zähler. Der Rückgang ist damit nochmals stärker als im März, als es um 20,0 Zähler eingebrochen war.

Der Mittelstand ist nach Einschätzung der KfW nun endgültig im Corona-Tal angekommen. Mit nunmehr -45,4 Saldenpunkten sei die Stimmung noch schlechter als vor elf Jahren im Tiefpunkt der Finanzkrise (März 2009: -37,6 Saldenpunkte). Die Geschäftserwartungen verschlechtern sich nach dem Bericht erneut rasant, wenngleich das Abwärtstempo geringfügig nachgelassen hat. Noch nie zuvor habe der Mittelstand so pessimistisch in die Zukunft geblickt wie jetzt.

Krisenbetroffenheit quer durch alle Branchen

Die Corona-Krise ereilt alle Branchen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Fast 60% der etwa 3,8 Millionen Mittelständler in Deutschland hatten im März Umsatzeinbußen. Im Schnitt seien kleinen und mittleren Firmen etwa die Hälfte der Erlöse verloren gegangen, die in diesem Monat üblich sind. Insgesamt habe der Mittelstand nach KfW-Berechnungen etwa 75 Milliarden Euro eingebüßt und damit zwei Prozent seiner Jahresumsätze.

Die Einbrüche des Geschäftsklimas gegenüber dem Vormonat reichen von -30,8 Zählern beim mittelständischen Einzelhandel bis zu -17,7 Zählern bei den großen Dienstleistungsunternehmen. Am allerschlechtesten ist das Geschäftsklima mit -60,5 Saldenpunkten zurzeit in den großen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mit seinem Schwerpunkt bei Autos und hochwertigen Investitionsgütern. Auch deren Exporterwartungen sind so düster wie nie zuvor (-28,0 Zähler auf -60,7 Saldenpunkte), genauso wie bei den mittelständischen Unternehmen dieses Wirtschaftsbereichs (-32,2 Zähler auf -57,9 Saldenpunkte).

Silberstreif am Horizont

Der historische Einbruch des Geschäftsklimas ist nach Ansicht der KfW primär den besonderen Umständen der Corona-Pandemie geschuldet und nicht etwa endogen von genuin ökonomischen Faktoren getrieben. Das hieße aber auch, dass eine relativ rasche Erholung der Stimmung möglich sein sollte, sobald die exogenen Bremsen nicht mehr so fest angezogen sind. Mit dem umfassenden öffentlichen Corona-Schutzschirm, den seit März erzielten Erfolgen bei der Zurückdrängung der Virus-Infektionen und den nun angekündigten oder bereits umgesetzten konditionierten Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zeigen sich die KfW-Experten zuversichtlich, dass im April der Stimmungstiefpunkt erreicht worden sei.

Wenig Stellenabbau im Mittelstand

Eine Sonderbefragung der DZ-Bank im April 2020 hat ergeben, dass bisher weniger als 10% der mittelständischen Unternehmen Stellen abgebaut haben. Zugleich wurde aber für mehr als die Hälfte des Personals Kurzarbeit beantragt. Als sehr hilfreich für die Bewältigung der Krisensituation habe sich das vergleichsweise dicke Eigenkapitalpolster der Unternehmen erwiesen. Dennoch würden nach Einschätzung der DZ-Bank viele Firmen wegen des Wirtschaftsabschwungs auf staatliche Unterstützung angewiesen sein.

 

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