© H_Ko – stock.adobe.com

Die Folgen von Corona für die deutsche Wirtschaft machen sich bei den Unternehmen in Deutschland unter anderem bemerkbar durch enorme Umsatzeinbußen. Trotz einiger Verbesserungen war die Liquiditätssituation auch im Juni bei einem Drittel der Mittelständler nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) noch angespannt. Der daraus erwachsende Finanzierungsbedarf spiegelt sich in einer steigenden Nachfrage nach Bankkrediten wider. Der Anteil der befragten mittelständischen Unternehmen, die Kreditverhandlungen mit Banken geführt haben, legte im zweiten Quartal 2020 deutlich von 25 auf 31,5% zu. Das ist eines der Ergebnisse der KfW-ifo-Kredithürde Juli 2020.

Restriktiveres Verhalten bei der Kreditvergabe

Rund 20% der befragten Mittelständler berichtete zugleich von einem restriktiven Verhalten der Banken in den Kreditgesprächen. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die KfW-ifo Kredithürde damit um 3,1 PP erhöht. Damit wurde auch der höchste Stand seit der Einführung der neuen Befragungsmethodik im Jahr 2017 erreicht. Angesichts der erheblich gestiegenen Kreditausfallrisiken infolge der tiefen Rezession halten sich die Schwierigkeiten der mittelständischen Unternehmen beim Kreditzugang nach Ansicht der KfW-Experten jedoch in engen Grenzen. Dies macht ein Vergleich mit den Werten der „alten“ ifo-Kredithürde während der globalen Finanzkrise 2009 deutlich. Damals klagten von den befragten kleinen und mittleren Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes mehr als 40% über Hindernisse beim Kreditzugang.

Auch Großunternehmen leiden

Die Kredithürde für Großunternehmen hat sich von niedrigem Niveau kommend sogar fast doppelt so stark erhöht wie der Indikator für den Mittelstand (+5,9%). Die Verschärfungen beim Kreditzugang zeigen sich in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Insbesondere die Dienstleister sind betroffen. Im Mittelstand klagen 24% von ihnen über restriktive Banken, während die Kredithürde für die großen Dienstleister einen deutlichen Satz um 10,1% auf nun 15,5% nach oben machte.

 

Wir informieren Sie auf unserer Seite www.unternehmeredition.de/corona kontinuierlich über neue Entwicklungen und Möglichkeiten zur Förderung.