Corona-Krise hinterlässt tiefe Furchen in der Wirtschaft

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Seit den ersten bekannten Infektionen in China im Dezember 2019 hat das Corona-Virus die Weltwirtschaft fest im Griff. Auch in Deutschland werden die Auswirkungen auf die Wirtschaft immer stärker spürbar. Zwar wurde eine Vielzahl von Hilfsprogrammen aufgelegt – darunter Soforthilfen und günstige Kredite – aber dennoch zeichnen sich die Folgen der Krise immer stärker ab.

Jedes sechste Einzelhandelsgeschäft insolvent?

So rechnet der Handelsverbands Deutschland (HDE) damit, dass rund jedes sechste Einzelhandelsgeschäft in Deutschland infolge der Corona-Krise Insolvenz anmelden muss. „Wir fürchten, dass nun bis zu 50.000 Geschäfte von Insolvenzen betroffen sein könnten, da ihr Eigenkapital insbesondere wegen hoher Mietforderungen nicht ausreicht“, sagte der Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nach seinen Angaben haben die Geschäfte während der Ausgangsbeschränkungen pro Tag eine Milliarde Umsatz verloren. Auch nach den Öffnungen der Geschäfte bleibe der Umsatz weiter sehr niedrig.

Liquidität nur bis Ende Mai

Eine aktuelle Sonderbefragung des KfW Mittelstandspanels zu den konkreten Folgen der Corona-Krise zeigt: Über 2,2 Mio. Mittelständler verzeichneten im März erhebliche Umsatzeinbußen. Durchschnittlich 53 % der üblicherweise im März zu erwartenden Umsätze gingen den Unternehmen verloren. Das entspricht etwa 39.000 EUR je Unternehmen. Insgesamt büßt der Mittelstand im März ca. 75 Mrd. EUR oder 2 % seiner Jahresumsätze ein. Blieben die Umsatzeinbrüche weiterhin auf ähnlichem Niveau, dann reichen nach Ansicht der KfW-Experten die Liquiditätsreserven bei der Hälfte der Unternehmen nur noch bis Ende Mai. Danach droht die Einstellung der Geschäftstätigkeit.

55 Prozent der Unternehmen in Kurzarbeit

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat mitgeteilt, dass rund 55% der Unternehmen in Deutschland Kurzarbeit angemeldet haben. Von diesen Firmen zahlen demnach 32 % einen freiwilligen Zuschuss und 6 % einen tariflich oder betrieblich vereinbarten Zuschuss. 8500 Mitarbeiter in den Arbeitsverwaltungen sind derzeit mit den Kurzarbeitsanträgen beschäftigt und damit 14-mal so viele wie sonst. Eine Stichprobe der Bundesanstalt für Arbeit hat ergeben, dass über 80 % der Anträge von Firmen beantragt wurden, in denen maximal 99 Menschen beschäftigt sind.

 

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Stand: 28. April, 11 Uhr