Automationsspezialist Springer teitet Sanierung ein

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Das Amtsgericht Syke hat die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Springer GmbH aus Stuhr angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den Rechtsanwalt Dr. Christian Kaufmann von der Pluta Rechtsanwalts GmbH. Nach Angaben des Unternehmens ist der Experte für Presswerk-Automation weltweit für die Automobilbranche tätig. Die Springer GmbH beschäftigt rund 100 Mitarbeiter am Standort in Niedersachsen. Der Geschäftsbetrieb läuft laut dem vorläufigen Verwalter trotz der Antragstellung uneingeschränkt weiter. Alle Aufträge werden nach Firmenangaben wie gewohnt bearbeitet. Die Löhne und Gehälter der Belegschaft sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Stabilität im operativen Geschäft

Der vorläufige Insolvenzverwalter verschafft sich derzeit einen umfassenden Überblick über die wirtschaftliche Situation. Er führt nach eigenen Angaben bereits erste Gespräche mit Kunden, Lieferanten und Finanzierungspartnern. „Wichtig ist zu betonen, dass der operative Betrieb stabil weiterläuft“, erklärt Dr. Christian Kaufmann. Das Unternehmen verfüge über eine hohe technologische Kompetenz sowie eine gute Marktposition. Gemeinsam mit der Geschäftsführung würden nun alle Optionen für eine nachhaltige Fortführung geprüft. Das Sanierungsteam besteht aus den Rechtsanwälten Dr. Oliver Liersch, Alexander Bortfeldt und Natalia Leo. Unterstützt werden sie von den Betriebswirten Jürgen Schendel und André Dins.

Ursachen der wirtschaftlichen Situation

Grund für den Insolvenzantrag sind laut dem Unternehmen Liquiditätsschwierigkeiten. Diese seien unter anderem durch das derzeit herausfordernde Branchenumfeld begründet. Die Verantwortlichen informierten die Mitarbeiter bereits über den aktuellen Stand. Die Geschäftsführung blickt trotz der schwierigen Lage zuversichtlich in die Zukunft. „Wir sehen in dem Schritt die Chance, die notwendigen strukturellen Anpassungen vorzunehmen“, erläutert Uwe Springer. Das Ziel sei es, das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Die Kunden könnten weiterhin auf die Leistungsfähigkeit und Qualität vertrauen. In den kommenden Wochen erfolgt eine vertiefte Analyse der finanziellen Lage.

Strukturierter Investorenprozess geplant

Das Team von Pluta wird einen strukturierten Investorenprozess durchführen. Ziel ist die Erarbeitung einer tragfähigen Lösung für die Belegschaft. Die Springer GmbH entwickelt und realisiert industrielle Automationslösungen mit Schwerpunkt auf Handling-Automation. Das Portfolio umfasst zudem die Presswerkmechanisierung sowie den Sondermaschinenbau. Laut dem Unternehmen ist die tschechische Tochtergesellschaft von der Antragstellung nicht betroffen. Dort sind rund 20 Mitarbeiter beschäftigt. Die Springer GmbH deckt die gesamte Entwicklungskette von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme ab. Neben Projektlösungen bietet der Betrieb spezialisierte Komponenten für Pressstraßen an. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung mit Greifersystemen für den Karosseriebau. Die Produkte werden laut dem Anbieter weltweit in Anlagen der Automobilindustrie eingesetzt. Auch außerhalb der Automotivebranche plant und optimiert die Gesellschaft komplexe Fertigungsprozesse.

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen und Tech-Start-ups.

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