Der deutsche Markt für Fusionen und Übernahmen steht vor einem deutlichen Aufschwung im Jahr 2026. Nach Angaben des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG rechnen zahlreiche Marktteilnehmer mit einer spürbaren Belebung der Aktivitäten. Die Zahl der Transaktionen sank im Vorjahr um 12%. Gleichzeitig stieg das Gesamtvolumen der Deals laut der aktuellen Analyse jedoch um rund ein Drittel. Rund 42% der Marktakteure gehen laut dem M&A Outlook 2026 von steigenden Aktivitäten aus. Investoren planen im Durchschnitt 13 % mehr Zukäufe für das kommende Kalenderjahr. Der durchschnittliche Wert dieser Zukäufe soll von 822 Mio. EUR auf 913 Mio. EUR steigen. Auf der Verkäuferseite wird Zuwachs der Transaktionen um 30 % erwartet. Der durchschnittliche Wert pro Verkauf steigt auf 612 Mio. EUR.
Wachsende Zuversicht bei Investoren
Viele Betriebe unterziehen ihre Geschäftsmodelle derzeit einer kritischen Prüfung. Laut Michael Buhl , Bereichsvorstand Deal Advisory der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, gewinnt der Markt für Übernahmen im nächsten Jahr klar an Momentum. Er führt aus: „2026 gewinnt der M&A-Markt klar an Momentum. Viele Unternehmen stellen ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand und richten ihre Portfolios strategisch neu aus.“ Gleichzeitig regeln viele deutsche Mittelständler ihre Nachfolge und erwägen verstärkt externe Lösungen. Modelle des Instituts Oxford Economics stützen diese positiven Prognosen für den Standort Deutschland. Im Inland wird für 2026 mit rund 800 Transaktionen gerechnet. Das Volumen dieser Deals soll laut der Prognose bei etwa 38.200 Mio. EUR liegen. Ausländische Käufer bleiben laut der Studie ein stabiler Faktor für den hiesigen Markt. Für 2026 erwartet das Modell 623 Deals mit einem Gesamtvolumen von 42.600 Mio. EUR.
Geopolitische Risiken dämpfen
Trotz der positiven Erwartungen bremsen verschiedene Faktoren die Dynamik im Bereich der Fusionen. Geopolitische Risiken stellen laut 74% der befragten Unternehmen eine erhebliche Unsicherheit dar. Besonders der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine beeinflusst die strategischen Entscheidungen. Käufer leiden nach Angaben der Experten zudem unter den weiterhin hohen Kosten für Finanzierungen. Für Verkäufer stellt vor allem das inflationäre Umfeld eine Belastung dar. 85% der Befragten bewerten die Inflation als kritisches Hindernis für Verkäufe. Unterschiedliche Vorstellungen über die angemessene Bewertung von Firmen erschweren die Verhandlungen zusätzlich. Impulse durch die Bundesregierung oder staatliche Investitionsprogramme erwartet die Mehrheit der Akteure hingegen nicht. Staatliche Maßnahmen spielen laut der Umfrage insgesamt nur eine untergeordnete Rolle.
Künstliche Intelligenz als Treiber
Die Integration von technologischer Transformation treibt künftige Aktivitäten am Markt maßgeblich voran. Rund 77 % der Befragten sehen in Künstlicher Intelligenz einen wesentlichen Hebel zur Steigerung des Unternehmenswertes. Dennoch nutzen erst 3 % der Betriebe fortgeschrittene Lösungen wie Agentic AI. Etwa 13 % der Firmen setzen generative Verfahren bereits operativ in ihren Prozessen ein. Laut der Umfrage planen 31 % der Beteiligten einen Einsatz innerhalb der nächsten zwölf Monate. Als größte Hürde für die Technologie gilt laut 74 % der Befragten die mangelnde Datenqualität. Am stärksten kommt die Technik derzeit in der Due Diligence zum Einsatz. 77 % der Unternehmen nutzen Technologien zur Analyse großer Datenräume und Dokumente. Auch für die Phase nach dem Closing sehen die Befragten klare Vorteile.
Bis zum Jahr 2028 prognostizieren die Modelle eine Zunahme aller Transaktionswerte. Die Anzahl der abgeschlossenen Deals soll laut der Hochrechnung auf 2.853 steigen. Dies entspricht einem Zuwachs von 45 %.





