KfW Bankengruppe meldet einen signifikanten Anstieg der Gründungstätigkeit in Deutschland für das Jahr 2025. Die Zahl der Existenzgründungen stieg laut einer Vorabauswertung des KfW-Gründungsmonitor auf rund 690.000 Personen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 585.000 Gründerinnen und Gründern. Diese Entwicklung entspricht einer Erhöhung der Gründungsintensität von 115 auf 136 Gründungen je 10.000 Menschen. Der Trend zu mehr unternehmerischer Aktivität hatte sich bereits im Jahr 2024 durch steigende Planungszahlen abgezeichnet.
Wachstumstreiber Nebenerwerb
Das deutliche Plus wird nach Angaben von KfW Research maßgeblich durch Gründungen im Nebenerwerb getragen. Deren Zahl kletterte von 382.000 im Vorjahr auf nun 483.000 im Jahr 2025. Die Intensität in diesem Bereich stieg von 75 auf 95 an. Im Gegensatz dazu blieb die Zahl der Vollerwerbsgründungen mit 206.000 nahezu konstant. Damit erreichen Nebenerwerbsgründungen einen Rekordanteil von 70% an der gesamten Gründungstätigkeit. Die Experten sehen einen möglichen Zusammenhang mit der Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Erwerbslosenquote stieg das zweite Jahr in Folge merklich an. Zudem kündigten viele Unternehmen Pläne für einen Personalabbau an. Viele Menschen schaffen sich laut dem Bericht mit einer Nebentätigkeit ein zweites Standbein.
Motive der Gründer
Die Sorge vor drohender Arbeitslosigkeit ist laut der Studie jedoch nicht das primäre Motiv. Der Anteil dieses Faktors wurde im Vergleich zum Vorjahr sogar kleiner. Stattdessen wollen mehr Personen im Nebenerwerb eine konkrete Geschäftsidee ausprobieren. Das dominierende Motiv bleibt jedoch die Generierung eines zusätzlichen Einkommens. Dieser Faktor wurde im Jahr 2025 nochmals deutlich stärker gewichtet. Die Mehrheit der Akteure handelt aus Überzeugung für die Selbstständigkeit. Zwei Drittel der Gründer präferieren diese Form der Erwerbstätigkeit gegenüber einer Festanstellung. Auch bei den Nebenerwerbsgründern ist dies die klare Mehrheit.
Struktur der Existenzgründungen
Bei der Ausgestaltung dominieren Sologründungen mit einem Anteil von fast 90% das Geschehen. Teamgründungen machen lediglich 14% der Fälle aus. Nur etwa ein Viertel aller Gründer beschäftigt zum Start eigenes Personal. Rund 24% der neuen Einheiten verfügen über Mitarbeiter. Die Mehrheit der Vorhaben entfällt mit 86% auf Neugründungen. Unternehmen werden hierbei rechtlich und organisatorisch komplett neu aufgesetzt. Gründungen durch Übernahmen oder tätige Beteiligungen bleiben mit 10% beziehungsweise 4% vergleichsweise selten. KfW Research bewertet diese geringen Quoten kritisch. Angesichts der demografischen Alterung in mittelständischen Chefetagen fehle es an Nachfolgeinteressierten. Die Unternehmensnachfolge bleibt damit eine der größten strukturellen Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft.
Ausblick auf die Rahmenbedingungen
Die Gründungsneigung zeigt sich trotz der konjunkturellen Herausforderungen robust. Die Daten des KfW-Gründungsmonitor belegen eine hohe Dynamik bei kleineren Einheiten. Besonders die Flexibilität des Nebenerwerbs scheint für viele attraktiv zu sein. Die administrative Hürde für solche Modelle wird oft als geringer wahrgenommen. Dennoch bleibt die Transformation von Nebenerwerb in Vollerwerb eine seltene Ausnahme. Die Stabilisierung der Vollerwerbsgründungen auf dem Niveau von 206.000 zeigt eine gewisse Sättigung. Für das Gesamtwachstum der Wirtschaft sind jedoch gerade diese substanziellen Gründungen entscheidend. Die Bank betont die Notwendigkeit, den Fokus verstärkt auf die Unternehmensnachfolge zu legen. Hier bietet der Markt weiterhin ungenutzte Potenziale für qualifizierte Gründer. Die aktuelle Auswertung dient als wichtiger Indikator für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.







